Hintergründe zur Geschichte der Chaos-Tage in Hannover

Fröhliches Feiern
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Knox
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Hintergründe zur Geschichte der Chaos-Tage in Hannover

#1 Beitragvon Knox » 21. Mai 2003, 23:11

Hintergründe zur Geschichte der Chaos-Tage in Hannover
In Hannover könnte es bald rundgehen. Punks und andere jugendliche Randgruppen versuchen mit so genannten Chaos-Tagen der Expo Konkurrenz zu machen. Aber, warum eigentlich Hannover? Eine Chronik seit 1982:

1982: Jürgen Vogel ({taz}) deckt die "Punkerkartei" der Polizei in Hannover auf. Da die Polizei "Punker" auflistet, sollen Punks aus Deutschland an die Leine kommen und sich registrieren lassen, schlußfolgert die Szene. Im Dezember ist es soweit. "Straßenschlacht am Steintor" titelt die Presse in Hannover, es war Chaos-Tag.

1983: Am ersten Juni-Wochenende gibt es erstmals drei Chaos-Tage. Dem Aufruf zum Zusammenhalt von "Skins und Punx" folgen auch faschistische Skinheads. Es kommt zu schweren Auseinandersetzungen zwischen beiden Gruppierungen und der Polizei.

1984: Erstmals finden die Chaos-Tage am ersten August-Wochenende statt. Die Punks lagern zu hunderten in der Innenstadt. Ein Konzert in der "Glocksee", einem selbstverwalteten Alternativzentrum, wird mit großem Polizeiaufgebot und Wasserwerfereinsatz gestürmt. Im Zentrum selbst erweisen sich angereiste Punks ebenso als Helfer der Verwüstung, so dass eine Vollrenovierung fällig wird. Die "regulären" Chaos-Tage sind vorläufig am Ende, aber das Traditionswochenende war geboren.

1994: Zehn Jahre später erscheinen neue Flugblätter. Punks erscheinen reichlich. Dank eifriger Unterstützung boulevardesker Privatmedien werden aus Scharmützeln Straßenschlachten, die Hannover am ersten August-Wochenende in "Schutt und Asche" legen sollten. Aus der Szene heißt es, niemand wisse etwas von dieser Devise. Zur Tradition werden langsam umfangreiche Festnahmen der Polizei von Punks - zur Gefahrenabwehr. In Zuge dessen stürmt die Polizei abermals ein reguläres Konzert und nimmt Veranstalter, Musiker und Publikum kurzfristig fest.

1995: Eine Woche früher als von der Polizei erwartet reisen Punks an. Donnerstags eskaliert die Situation in Straßenschlachten von einer Härten, die die Chaos-Tage in vielen Nachrichtensendungen noch vor Meldungen zum Bürgerkrieg in Ex-Jugoslawien rangieren lässt. In Hannovers Nordstadt - etwa das Kreuzberg der Stadt - herrscht dank der Anwesenheit von etwa 2000 Punks und einer ungewohnt heftigen Unterstützung von Seiten diverser Jugendgangs, Hooligans, Autonomer aber auch Normalbürger ein völliger Ausnahmezustand. In der Nacht von Freitag auf Samstag kommt es zur Plünderung und totalen Verwüstung eines Penny-Marktes. Der Begriff Chaos-Tage etabliert sich in Politik, Wirtschaft und Medien und wird zum Allgemeingut. So etwas besonders chaotisch verläuft redet man zukünftig von Chaos-Tagen. Hannovers Polizeipräsident nimmt bald darauf seine Dienstmütze.

1996: Per Verbotsverfügung der Polizei Niedersachen werden die Chaos-Tage untersagt. In Hannover bleibt es friedlich. 6.000 Polizeibeamte verfügen etwa 3000 Platzverweise an anreisende Bunthaarige. In Bremen hingegen kommt es Freitags zu Krawall. Punks waren dorthin ausgewichen.

1997: Aus der Szene ist zu vernehmen, bis 2000 gäbe es keine Chaos-Tage mehr. Hannovers Polizeipräsident wird später mitteilen, das Einsatzkonzept der Abschreckung durch 1.500 Polizisten sei abermals aufgegangen. Allerdings reisten auch gar keine Punks an.

1998: Die "Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands" reformiert sich wieder, diesmal auch als legaler Arm der Chaos-Tage, die abermals ausbleiben. 1999 tritt die Partei um Kanzlerkandidat Karl Nagel sogar zur Bundestagswahl an. Sie vertritt Slogans wie: "Arbeit ist scheiße!" Oder: "Saufen, saufen, saufen!" Erklärtes Ziel der Partei ist die Balkanisierung Deutschlands, man fordert die totale Rückverdummung der Massen und ernennt Barbara Eligmann zum Ehrenmitglied. Diese verbittet sich dies unter Androhung einer horrenden Geldsumme und gerichtlicher Schritte. (Literatur: "Die Partei hat immer Recht!" siehe: www.jugendkulturen.de)

2000: Seit Frühjahr kursieren Flugblätter und Internet-Aufrufe zu den diesjährigen Chaos-Tagen. Vier Wochen über sollen sie der Expo und Hannover "Schutt und Asche" bescheren. Vertreter der Szene gründen einen eigenen Nachrichtendienst im Internet und laden die Polizei (http://www.polizei.niedersachsen.de) zur redaktionellen Mitarbeit ein. Diese will davon nichts wissen. (www.chaos-tage.de)

2002:Keine Krawalle in München
Laut Meldungen verschiedener Medien, sind die so genannten Chaos-Tage in München bislang ohne Randale geblieben. Es heißt, dass ca. 90 Personen in Gewahrsam genommen worden sind. 400 Punks seien mit Platzverweisen der Stadt verwiesen worden, 200 weitere Jugendlich konnten schon auf den Zufahrtswegen gestoppt werden.

Chaos Tage in Essen


Die Stadt Essen zeichnet sich durch eine Innenstadt aus, die aus Geschäften und einigen größeren viereckigen Betonplätzen besteht. Nach Geschäftsschluss kommt eine friedhofsähnliche Ruhe über die City, man fragt sich, ob hier überhaupt Menschen leben. Insofern verwundert, dass die Punk-Szene sich nicht Bochum oder Düsseldorf, sondern ausgerechnet diesen Friedhof für ihr Treffen ausgesucht hat. Allein ein paar Überlebende im gegenüberliegenden Cafe Extrablatt versuchten den Eindruck zu erwecken, die Chaostage Essen hätten ein Publikum.

Nachdem sich mittags die ersten als Punks getarnten Schulkinder hippiemäßig (remember "Sit In"?) auf dem Kennedyplatz niederliessen, kamen ein paar als Polizistinnen getarnte Kindergartenpädagoginnen und erklärten, dass man sich bitte 10 m weiter wegsetzen möge, damit die zwei Schausteller, deren Kinderkarussels sich trostlos auf dem als Einkaufszone getarnten Friedhof drehten, keine Umsatzeinbußen erleiden. Die drei als Kinder getarnten Kleingespenster auf dem Karussell nahmen die Punks allerdings gar nicht wahr, sie hielten sie wohl für andere Kinder.

Aber die Punks nahmen ganz lieb Platz. Ich als nonkonformistischer Altpunk (auch: Althippie) verlangte lautstark nach Punk-Musik und schlug die Sex Pistols oder Clash vor. Aber niemand schien diese Worte zu kennen. Nur ein alkoholabhängiger norddeutscher Schläger mit Heavy Metal T-Shirt kam auf mich zu und forderte mich im Kontroletti-Fascho-Tonfall auf, mein Maul zu halten. Wäre die Polizei nicht präsent gewesen, hätte er seine faschistoide Gesinnung mit Schlägen entäußert.

Lustig war dann noch das Bierdosenwerfen, eine Art Schneeballschlacht mit Blech.

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Re: Hintergründe zur Geschichte der Chaos-Tage in Hannover

#2 Beitragvon kamikaze68 » 6. Oktober 2003, 03:55

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hmpf - fucking bullshit - allein dein spruch ist shit.
aber wenn du dich mal bilden willst, lies einfach dies
(von http://www.kamikaze68.de/chaostage.htm )
besser ist das ;O)
Geschichtlich gesehen eigentlich eine Protestveranstaltung, da die Landesregierung von Niedersachsen Mitte der 80er Jahre eine Punk-Kartei erstellen wollte, in der alle subversiven Elemente der Gesellschaft aufgenommen werden sollten. Da dies natürlich nicht im Sinne der Panx war, sollte wohl allen klar sein. Also entschloss man sich, eine Veranstalltung oder besser Demo dagegen zu organisieren. Die ersten Chaostage zu Hannover fanden schließlich am ersten Augustwochenende 1983 statt. Anfangs noch recht friedlich, später durch massive Polizeieinsätze gestört, entwickelte sich eine Strassenschlacht, die es in sich hatte. Am Sonntag war plötzlich der Spuk vorbei und die Nordstadt, wo dies alles stattfand, war wieder ruhig. Auch im nächsten Jahr fand am ersten Augustwochenende das Chaostreffen statt. Diesmal mit noch mehr Panx, noch mehr grünen Gesellen und noch mehr Chaos.

Nach 1984 war erst mal Ruhe. Erst 10 Jahre später kamen die bunten Gesellen wieder in die Nordstatt zum Sprengel-Gelände, um wieder ein Punk-Treffen abzuhalten. In dem Jahr war es relativ ruhig.

Im Jahr darauf trafen sich die Punker schon Ende July, um eine ganze Woche abzufeiern. Anfangs war noch alles relativ ruhig und man lies die Bunten in Ruhe. Pünktlich zum Wochenende wurden die uniformierten Gesellen doch sehr unruhig und es passierte, was passieren musste. Strassenschlachten bis zum Abwinken. Der Sprengel wurde regelmässig gestürmt ( gut, dass die Autonomen das Gebäude so gut gesichert hatten - so hatten die Herren von den SEK´s null Chance - ätsch) und die Strasse Richtung Martins-Kirche stand bald darauf in Flammen. Ich will diese Gewalteskalation nicht für gut befinden - im Gegenteil: ich hasse Gewalt gegen wen oder was auch immer - aber diese Eskalation war vorauszusehen. Manche Beamte haben sich Aufgeführt, als wären die Punx der letzte Dreck und traten die Menschenrechte der bunten Gesellen buchstäblich mit Füssen. Wir ( einige Freunde und ich) sind in der Nacht zum Samstag geflohen und haben zu Hause im Park weitergefeiert. Man mag uns vielleicht Feige nennen - ist uns egal, da wir keine Lust hatten, uns von der Polizei verhaften zu lassen und eventuell noch im Lager misshandelt zu werden. Nö, das war nicht unser Ding!!!

In den nächsten fanden noch sporadisch Chaostage in Hannover statt, bis sie Anfang der 90er zum Erliegen kamen. Im Ruhrgebiet boomten die Chaostage und im Sommer konnte man sicher sein, dass irgendwo schon ein Punker-Treffen stattfinden würde. Bis ca. 1995 war so in den Sommern immer irgendwo was los. Vor allem fast ohne Stress ( wenn man davon absieht, dass z.B. in Duisburg bunte Gesellen beim Pinkeln verhaftet wurden, weil sie die Umwelt verschmutzen würden!!!!!! War schon recht lustig, mit welchen Mitteln die Grünen versuchten, uns die Parties zu vermiesen. Brachte aber alles nix. Es wurde fröhlich weiter gefeiert und die uniformierten Kollegen wurden einfach ignoriert. So blieb fast immer alles friedlich und fuhr abends gutgelaunt wieder nach Hause.

Nach dem Sommer 2000 fanden eigentlich keine grossen Treffen mehr statt. Das mag darin liegen, dass die Punk-Szene tot ist oder auch daran, dass die Kidies von heute keinen Bock mehr darauf haben, weil sie lieber vor dem Rechner sitzen und virtuelle Chaostage abhalten.

Und deshalb hallen jetzt keine Rufe wie z.B. If the kids are united oder Pöbel und Gesocks - OI OI Oi mehr durch die Strassen und man sieht keine bunten Menschenansammlungen mehr. Schade eigentlich. Aber wir leben ja in einem neuen Jahrtausend :-(

in dem sinne
fuck off you kiddy-bastard

cYa markus

achja, panx zeigt sich nicht im assozialem verhalten und rumgrölen in der city - panx arbeitet ruhig und im untergrund -weisheit des alters - du pappnase

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Re: Hintergründe zur Geschichte der Chaos-Tage in Hannover

#3 Beitragvon Knox » 6. Oktober 2003, 04:11

ha ha endlich mal ein experte in sachen Chaos-Tage

ich war ja selber nie dabei und das sollte ja auch nur eine art Chaostage"-Dokumentation | Chronik | sein weil immer mal wieder termine für irgendwelche Chaostage eintreffen die dann eigendlich nur ein konzert sind.
ach ja und die jüngeren punks wissen eigendlich nie was es genau mit den Chaostagen so aufsicht hat.
deshalb ganz ok das jemand anderes auch mal drüber schreibt
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Re: Hintergründe zur Geschichte der Chaos-Tage in Hannover

#4 Beitragvon kamikaze68 » 6. Oktober 2003, 04:25

tach auch knox
darf ich mal fragen, wie alt du bist?
ich will nicht damit angeben, dass ich schon 35 bin. aber manchmal tut´s doch not, etwas älter zu sein ;-)
meine ersten chaostage waren 84 in schröder-town und die letzten 95. und ich habe im laufe der zeit immer mehr das nichtzusammenhalten der panx erlebt. in mülheim wurde ich 98 weggehafftet und keiner hat mir geholfen. abends waren alle im druckluft in oberhausen bei einem concert plötzlich wieder bei mir. aber da habe ich massig stunden in u-haft hinter mir gehabt. tolle freunde. nur die bands haben mir einen ausgegeben, nachdem sie von meinen erlebnissen gehört haben. soviel zum thema "if the kids are united"
aber ich glaube ja an das gute im panx und "let´s have a good time"
so long markus

l´anarchie pour nrw

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Re: Hintergründe zur Geschichte der Chaos-Tage in Hannover

#5 Beitragvon Knox » 6. Oktober 2003, 04:58

tja also ich bin 47 das mal zuerst
der zusammenhalt der heutigen punks läst wirklich zu wünchen übrig da muss ich dir recht geben war vor ein paar wochen auf einem illegalen punkkonzert in bonn wo ca 150 - 200 punks waren als da eine Ich betone eine bullenschüssel mit 2 bullen besetzt vorbeikam waren die hälfte der leute erst mal in den büchen verschwunden .
da hab ich mir auch gedacht was geht denn jetzt ab
Zuletzt geändert von Knox am 6. Oktober 2003, 04:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hintergründe zur Geschichte der Chaos-Tage in Hannover

#6 Beitragvon kamikaze68 » 6. Oktober 2003, 05:16

47? tststs - so alt und noch immer so drauf ;O)
aber deine story passt total - verpissen und immer wieder verpissen. panx ist nicht mehr das, was es mal war *heul*
tja, damals war alles besser ;-)
so long
markus

ps: das gute an der heutigen zeit ist, dass die kids nicht nur randale machen und nur rumgrölen. war zwar auch lustig, aber auch nicht wirklich toll. der politische aspekt war doch wichtiger..... wenigstens aus meiner sicht

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Re: Hintergründe zur Geschichte der Chaos-Tage in Hannover

#7 Beitragvon Knox » 6. Oktober 2003, 05:28

What is the political message...
der Chaos-Tage? In einigen Medien wurde doch allen Ernstes den Punks zum Vorwurf gemacht, daß sie ja "überhaupt keine Forderungen" stellen. Ein schöner Spaß die Vorstellung, irgendwann einmal ein paar Punker in der Glotze zu sehen, die einem, treu in die Augen schauend, versichern, daß sie auch nix lieber mögen als einen Ausbildungsplatz, ein Auto, ein Mixer und einen Bausparvertrag ....

Seit es sie gibt, betreiben Punks gegenüber dem Rest dieser anständig sein wollenden Gesellschaft eine provokativ verstandene, radikale Selbstmarginalisierung. Sie machen einfach aus dem normalen knallhart von dieser Gesellschaft betriebenen Ausschluß eine selbstbewußte offensive Haltung. Mit existentialistischen Mut werden öffentliche Plätze einfach besetzt und zuweilen, begleitet von einem demonstrativen Billig-Alk`-Konsum zugemüllt ... "und uns jeht´s jut dabei, eh`". Das wird in diesem Land der vielen volksgemeinschaftenden Anti-Müll- und Grüne-Punkt-Recycling-Bürgerinitiatven als eine ungeheure Zumutung verstanden. Auch wenn Punk als Musikrichtung wahrscheinlich schon lange tot ist, so ist es den Chaostagen in Hangover gerade gegenüber dieser Geld- Hochleistungs- und Anti-Sexualitäts-Sauberkeitskultur des Tecno gelungen, das "Böse" zu besetzen.

Punks sind Ausdruck einer zum Teil sebstzerstörerischen Gegenkultur. Und dieser Begriff meint da wirklich etwas ganz anderes als das Catch-All-Word "Subkultur". Denn die trachtet hauptsächlich danach, wie man es an dem ganzen Tecno-Unsinn ablesen kann, zum Mainstream zu werden, weil dann erst der Rubel so richtig zirkuliert. Auch wenn Punks "unten" sind, so betreiben sie doch keine Politik "von unten"; allerdings auch keine Nicht-Politik" wie die Spießer, sondern schlicht eine Anti-Politik. Nicht nur deshalb ist es mehr als verständlich, das Punks mit der autonomen Polit-Scenerie mit ihren vielen gut erzogenen Benimm-Regel-Kindern und PC-Dribble-Oppression-Freizeit-Theoretikern nicht soviel zu tun haben wollen. Mit Punks "Politik machen"? Ach` was: "Stop making sense!" Schon allein, weil man genau damit, und mit Punks schon gar nicht, keine Kriege führen kann, muß soetwas unbedingt auch auf dem Weg in eine befreite Gesellschaft viel Platz haben. Während sich Teile der herrschende Klasse doch allen Ernstes überlegen, die nächsten "Chaostage" in Hangover zu verbieten, planen andere Kräfte wahrscheinlich ein großes "Anti-Gewalt-Friedensfest". Man weiß gar nicht, über was man sich schon jetzt mehr ärgern soll. (Nicht nur) Das darf man sich alles nicht gefallen lassen. Bei den nächsten Chaostagen, nicht nur in Hangover, wollen wir gerne dabei sein. Das politisch-taktisch antizipierte Chaos erschlägt keineswegs das zu emanzipierende Subjekt und das Anti-Politische durchbricht den begriffslosen Objektivismus der herrschenden Verhältnisse.

Energisch gegen den Normalzustand !
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Re: Hintergründe zur Geschichte der Chaos-Tage in Hannover

#8 Beitragvon kamikaze68 » 6. Oktober 2003, 05:44

der war gut. aber hast du auch schon mal überlegt, dass bei vielen von uns (auch bei mir) alles damit angefangen hat, dass wir gegen unsere wohlhabenden eltern waren? und das daraus eine politische einstellung geworden ist, weil wir uns weiterentwickelt haben? wir waren gegen den staat (was nicht schwer fällt), gegen unsere Lehrer ( auch verständlich) und gegen alles, was dem etablishment entsprach. und wir hatten noch ziele (heute frage ich mich, welche...) aber anderseits weiss ich genau, wofür ich gekämpft habe. nenn es ein lebensgefühl. *fight for your rights*
und trotzdem bin ich heute glücklich verheiratet, habe 2 autos, 1 moped und ein haus. und bin glücklich!!! und trotzdem fühle ich noch so manchmal als panx - nur kriege ich die faust nicht mehr aus der tasche - leider
*resignierend*markus

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Re: Hintergründe zur Geschichte der Chaos-Tage in Hannover

#9 Beitragvon Knox » 6. Oktober 2003, 06:39

ich glaub ich muss dich mal bei mir auf nee fete einladen mit oder ohne frau kannste auch bei mir pennen
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Re: Hintergründe zur Geschichte der Chaos-Tage in Hannover

#10 Beitragvon versautes Stiefkind » 6. Mai 2004, 01:54

Nette Reden......aber ich sage mal bei vielen leuten die ich kenne und auch bei mir hats damit abgefangen das wir einfach keienen Bock darauf hatten uns von anderen herumkomandieren zu lassen oder irgendeine art von gesetz nachvollziehen zu können!
Ich bin ein eigenständiges Individuum und ich kann machen was ich will!
Warum soll ich mir auch sagen lassen wo ich saufen darf oder das ich einen öffentlichen platz nicht mehr aufsuchn darf? Da lach ich doch!!
Das ist die deviese. Ich will und kann und werde nicht zu einer breiten masse gehören und
meine überzeugungen leugnen weil das einfacher ist! Der PUNK(T) mit den Eltern trifft
allerdings zu, werde nie meinen Alten vergessen wie er fix und fertig vonner maloche kam und ins bett fiel! Und am Wochenende darf man dann ja mal zur entspannung das auto waaschen.....<= Das kann ich nicht nachvolziehen!
Für son scheiß krieg ich meinen arsch jeden falls nicht ausm bett oder von mir aus auch vonner ParkBank! Allerdings find ich das mit dem zusammenhalt der panx nich so wie das hier geschildert wurde, war schon häufiger dabei als irgendwer von faschos gejagt wurde und
n paar punks ihm den arsch gerettet ham! Und ich war auch schon zu genüge der dem der arsch gerettet wurde also auf die junx hier kann man sich verlassen!

Bin zwar erst 18 aber wenn nun wer meint das sich das mitm alter zu tun hat da sage ich schonmal im voraus das is mir scheiß egal ich lebe heute und was morgen is da scheiß ich drauf!

schönen gruß
macht kaputt was euch kaputt macht
!!! Am 13.06 ist Europawahl - Die APPD tritt an !!!

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Re: Hintergründe zur Geschichte der Chaos-Tage in Hannover

#11 Beitragvon strichard » 20. Mai 2004, 23:12

hey, ihr fragt euch, für welche ziele ihr gekämpft oder demonstriert oder auch nur gesoffen habt?! ihr beklagt euch doch immer wieder wie scheiße die bullen sich benehmen. Übrigens ist es nicht wahr, dass punk tot ist, die chaostage sind zwar auf eis gelegt, aber freunde und ich fahren trotzdem immer wieder hin. mal nach göttingen mal nach hannover, bin zwar erst 18 aber ich weiß, was ich will und wenn mich etwas ankotzt, dann zeig ich es auch!!!! Ich wohn zwar im kleinsten scheißkaff wo gibt, aber alle hier wissen, was sie wollen. Knox du regst dich doch selber darüber auf, dass die Presse den PUnx keine political message unterstellen. Punk ist wieder voll im Kommen, die Jugend wird angelockt durch diese punk-pop bands wie die Ärzte, auf fast jedem Gesaufe wird jetzt wieder Punk gespielt oder eine band eingeladen. Teccno scheiße ist bald wieder tod, normalerweise bin ich ja gerne gegen den Trend aber ich muss sagen, dass ich glücklich bin,dass diese Verdummungs-musik nicht mehr so oft gehört wird wie vor 3 jahren. Übrigens: CHAOSTAGE 2006 gehts wieder ab

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Re: Hintergründe zur Geschichte der Chaos-Tage in Hannover

#12 Beitragvon Knox » 21. Mai 2004, 00:23

das hört sich ja jut an mir ist auch schon aufgefallen das punkkonzerte seit 1 jahr wieder guten zulauf haben [img]http://www.ndh.net/home/welling/smiley-014.gif
[/img]
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Re: Hintergründe zur Geschichte der Chaos-Tage in Hannover

#13 Beitragvon Loreleypunx » 21. Mai 2004, 23:28

Zu den Chaostagen gibeet auch schöne filme:
Chaostage 84
Chaostage 95 ,,Kampf der Welten.
Gibbet eigentlich in jederem guten Mailorder oder edonky [img]http://www.ndh.net/home/welling/smiley-014.gif
[/img]
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strichard
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Re: Hintergründe zur Geschichte der Chaos-Tage in Hannover

#14 Beitragvon strichard » 22. Mai 2004, 18:48

hey diese filme such ich doch schon sooo lang, wollt ihr mir die nichma schicken? :))) ich habn schon bei so vielen freunden gefragt oder bei kazaa geguckt, aber ......... nix da.

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Re: Hintergründe zur Geschichte der Chaos-Tage in Hannover

#15 Beitragvon aaaaaprvdgrwwelt » 22. Mai 2004, 18:56

Wenn es nicht verboten wäre sowas runterzuladen könnte man die Filme im Emule mit dem Suchwort Chaostage recht einfach finden.
praesidentvondiegrosseweitewelt
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