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#1 Beitragvon Guest » 26. März 2006, 14:14

Hundeverwandschaft

Unser Haushund ( Canis lupus f. familiaris ) ist ein Säugetier welches innerhalb der Ordnung “ Raubtiere “ zur grossen Familie der “ Hundeartigen “ gehört.

Hundeartige gibt es mit Ausnahme der Molukken, Neuseeland, Madagaskar und einigen Inseln -primär vorkommend - auf der ganzen Welt. Ihre Anpassungsfähigkeit machte sie dermassen erfolgreich und ermöglichte ihnen ein Überleben unter nahezu allen Bedingungen. Kaum eine andere Säugetiergruppe zeigt im Hinblick auf Körpergrösse, - form und Fellfarbe eine vergleichbare Vielfalt

Auch wenn es einige Unterschiede zwischen den den Angehörigen dieser Familie gibt sind die Gemeinsamkeiten doch nicht zu verkennen :

Alle Caniden haben paarig angeordnete Reisszähne und fünf Zehen an den Vordergliedmassen sowie vier Zehen an den Hintergliedmassen mit stumpfen nicht rückziebaren Krallen. Sie ernähren sich hauptsächlich von Fleisch, können aber auch Beeren und Früchte verdauen.

Alle Mitglieder dieser Familie können ausgezeichnet hören und haben einen hoch entwickelten Geruchssinn.

Im Zuge ihrer Entwicklung haben die Caniden ( Hundeartigen ) über sechzig Gattungen hervorgebracht. Bis heute jedoch erhielten sich nur zehn Gattungen in fünfunddreissig Arten. Anbei eine kurze, steckbriefartige Vorstellung der heute noch vorkommenden zehn Canidengattungen.

Gattung Canis

Diese Gattung umfasst die Wölfe, Dingos, abessinischen Wildhunde, Kojoten, Schakale und den Haushund.

Gattung Lycaon

Einziger lebender Vertreter dieser Gattung ist der afrikanische Wildhund -einer der wenigen Hunde die hauptsächlich nach dem Gesichtssinn jagen. Diese Art lebt und jagt in Rudeln von sechs bis fünfzig Tieren und ernähren sich von kleinen Gazellen und gelegentlich auch grösseren Huftieren. Da Wildhunde als Viehdiebe unkontrolliert bejagt werden, sind sie die am stärksten gefährdete Raubtierart in Afrika.

Gattung Cuon

Auch hier gibt es nur einen einzigen lebenden Gattungsvertreter - den über Pfiffe kommunizierenden asiatischen Rothund. Die Fellzeichnung ist äusserst variabel. Rothunde ernähren sich überwiegend von Huftieren die im Rudel gejagt werden. Starke Rothunderudel töten gelegentlich sogar Tiger und Leoparden.

Gattung Vulpes

Diese Gattung umfasst die Echten Füchse die weltweit vertreten sind. Zu ihnen zählen unser Rotfuchs und der langohrige Wüstenfuchs. Füchse haben im Gegensatz zu den anderen Caniden eine senkrecht, ovale Pupille. Füchse ernähren sich überwiegend von Nagetieren, Vögeln, Früchten, Aas und Insekten.

Gattung Chrysocyon

Einziger noch lebender Vertreter ist der von Kleintieren lebende, langbeinige, südamerikanische Mähnenwolf. Mähnenwölfe sind ausserhalb der Paarungszeit Einzelgänger

Gattung Otocyon

Der afrikanische Löffelhund jagt überwiegend akustisch und ernährt sich von Termiten.

Gattung Alopex

Hierzu zählt ausschliesslich der aus den arktischen Gebieten Europas und Nordamerikas stammende Eisfuchs. Er ernährt sich überwiegend von Schneehaasen und Vögeln.

Gattung Dusicyon

Hierbei handelt es sich um solitär lebende südamerikanische Füchse.

Gattung Speothos

Der kurzbeinige Waldhund als einziger Angehöriger dieser Gattung lebt von Panama bis Brasilien in der Nähe von Gewässern und ist ein hervorragender Schwimmer

Gattung Nyctereutes

Auch hier gibt es nur noch einen einzigen lebenden Angehörigen dieser Gattung. Der kurzohrige, paarweise lebende Marderhund ist mittlerweile auch in Mitteleuropa heimisch. Seine ursprüngliche Heimat liegt in Ost- und Zentralasien. Marderhunde sind die einzigen Caniden die einen Winterschlaf halten.

Eine Verpaarung zwischen Vertretern der Gattung Canis und den übrigen neun Gattungen ist aufgrund unterschiedlicher Chromosomenzahlen nicht möglich.


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Re: HUNDE ALLGEMEIN

#2 Beitragvon Guest » 26. März 2006, 14:18

Entwicklungsgeschichte der Haushunde

Nach heutigen Erkenntnissen gehen die Hundeartigen - wie alle Raubtiere - auf die ersten Altraubtiere - die Miaciden vor 50 Millionen Jahren - zurück. Nach dem Auftreten der ersten Neuraubtiere ging die gemeinsame Entwicklung zunächst in Bezug auf den Schädel-, Gebiss- und Fussbau geradlinig in Richtung der heutigen Hunde. Die erste Abspaltung aus dieser Entwicklungslinie dürften die Katzenartigen vor fünfundvierzig Millionen Jahren vollbracht haben dicht gefolgt von den Bären, Kleinbären, Mardern und Schleichkatzen.

Als die ersten Hundeahnen gelten Raubtiere mit paarig angeordneten Reißzähnen wie das Hesperocyon, der Sunkahetanka, das Archaeocyon, die verschiedenen Borophaginae, und der Phlacocyon. Als erster direkter Vorfahre der heute lebenden Wölfe, Hyänen und Schakale wird zur Zeit der 9 Millionen Jahre alte Eucyon angesehen.

Die eigentliche Entwicklung unserer Hunde begann mit dem Hesperocyon vor 37 Millionen Jahren. Weitere Ahnen waren das Sunkahetanka, Archaeocyon, Borophagus, und Phlaocyon.. Alle dieser Arten haben jedoch in der heutigen Zeit keine direkten Nachfahren mehr und stellen ausgestorbene Zweige dieser Familie dar.

Gemeinsamer Vorfahr aller heute noch lebenden Hundegattungen ist das Eucyon vor 7 Millionen Jahren gewesen. Nun stellt sich aber die Frage welche der heute noch lebenden Canidenarten der Urahn unserer Haushunde ist. Die unglaubliche Vielfalt unserer Hunde stellte Generationen von Wissenschaftlern vor schier unlösbare Rätsel. Sind sie alle einer einzigen Art zugehörig ? Wer waren die Ahnen ? Was bedeutet dies für die heutigen Hunde ?

Nahezu alle Vorfälle in denen Hunde Menschen gefährlich werden resultieren aus einer gestörten Sichtweise heraus. Wir sehen den guten, treuen, intelligenten Hund von Walt Disney oder einen Lassie. Dem kann kein Hund gerecht werden. Einzig ein sachgemässer Umgang mit Hunden kann helfen Unfälle zu vermeiden. Der Hund ist ebenso ein hoch sozialer Räuber und Aasfresser wie der Wolf. Wer dies weiss kann mit gezielter, hundgerechter Erziehung seine natürlichen Verhaltensweisen in eine für beide Seiten angenehme Richtung lenken.

Wolf

Nur die Kenntnis um die Herkunft des Haushundes ermöglicht es uns ihm ein Leben zu schaffen, welches seinen Eigenschaften und Bedürfnissen gerecht wird. So wird es uns möglich ein für beide Seiten angenehmes, gefahrloses Zusammenleben zu führen.

Hier ist nur ein kleiner Abriss über die Suche nach dem Urahn unserer Gefährten aufgeführt.
Lange wurde gerätselt über die Abstammung unseres Haushundes. Linné ( 1707 -1778 ) stellte Ihn in die Verwandtschaft von Wolf und Goldschakal , machte sich aber keine Gedanken über eine mögliche Abstammung. Darvin`s Evolutionstheorie war zu jenem Zeitpunkt noch nicht erfunden. Dennoch fasste auch er alle Hunderassen schon zu einer einzigen Art zusammen.

Der Direktor der " Jardins Du Roi " in Paris, der Graf von Buffon ( 1707 - 1788 ) dachte allerdings schon fortschrittlicher. Zwar stellte auch er die biblische Schöpfungsgeschichte nicht in Frage, kam aber schon zu dem damals bemerkenswerten Schluss , dass alle lebenden Hunderassen auf eine - allerdings ausgestorbene Urrasse - zurückzuführen seien.

Anton Güldenstedt ( 1745 - 1781 ) , vornehmlich im Kaukasus für die Akademie der Wissenschaften von Petersbug tätig , machte sich als erster über verwandtschaftliche Beziehungen zwischen Haushund und dem dort sehr verbreiteten Kulturfolger Goldschakal Gedanken.
Zuletzt geändert von Guest am 26. März 2006, 14:22, insgesamt 1-mal geändert.

Guest

Re: HUNDE ALLGEMEIN

#3 Beitragvon Guest » 26. März 2006, 14:22

Hundeskelett

Sein Landsmann Peter Simon Pallas ( 1741 - 1811 ) , für das selbe Institut im europäischen - und asiatischen Russland unterwegs, hielt ausser dem Goldschakal auch Fuchs, Wolf, Hyäne, Kojote, Eisfuchs und andere Arten für die Vorfahren des Haushundes. Seiner Meinung nach, wäre eine einzige Stammart niemals in der Lage gewesen eine derart vielgestaltige Erscheinungsweise des Hundes hervorzubringen. Zwar hätte die Domestikation mit dem Schakal begonnen, die gezähmten Tiere seien aber kontinuierlich mit anderen Arten vermischt worden.
Selbst Darwin ( 1809 - 1882 ) sass der ausserordentlichen Variabilität des Hundes auf. Er sah 5 Arten von europäischen, indischen und nordamerikanischen Wölfen, eine oder zwei Arten von südamerikanischen Caniden, mehrere Rassen vom Schakal und vielleicht ein oder mehrere Arten ausgestorbener Caniden als Urväter des Hundes.
Mit dem von L. Rütimeyer 1862 in den Schweizer Pfahlbauten entdecktem Torfspitz kam es zu einer explosionsartigen Entdeckung diverser Ausgangsarten für die verschiedenen Erscheinungsformen des Hundes. Auch hier spielte den Forscher die ausserordentliche Variabilität einen Streich. Niemand kam auf die Idee eine einzige Art als Urform zu betrachten.
Selbst Konrad Lorenz hielt den Goldschakal für den Stammvater der Hunde. Neueste genetische Untersuchungen belegen aber eindeutig, dass einzig und allein der Wolf als alleiniger Stammvater in Betracht kommt. Bei genauerer Betrachtung sieht man bei Ihm, dass alle Farben und Grössen in der freien Natur bereits ohne gezielte züchterische Selektion des Menschen vorkommen.
Seit kurzem sieht eine Mehrzahl der Wissenschaftler sogar Hund und Wolf als eine einzige Art an. Der Haushund sei allenfalls eine Unterart des Wolfes, vermutlich nur eine Erscheinungsvariante.

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Guest

Re: HUNDE ALLGEMEIN

#4 Beitragvon Guest » 26. März 2006, 14:24

Was war der Grund für die Domestikation des Haushundes?

Sicher nicht die Hilfe des Tieres als Jagdbegleiter, dieses kam erst wesentlich später. Wenn man einem Rudel Wölfe regelmässig die Beute klaut, werden diese mit Sicherheit die Menschen meiden. Der Kynologe Erik Zimen - er hielt selbst Wölfe und andere Canidenarten und unternahm Kreuzungsversuche mit diesen - ist mit seinen zahmen Wölfen mehrfach zur Jagd gewesen. Er ist der Meinung, dass es für ihn ausserordentlich gefährlich gewesen wäre, ihnen die Beute streitig zu machen - obwohl er alle Tiere von klein an aufgezogen hatte. Es funktioniert nur andersherum. Die Wölfe mussten von sich aus die Nähe der Menschen suchen. Für ein solches Verhalten gibt es gute Gründe. In der Nähe des Menschen gab es zusätzlich zu ihrer natürlichen Beute immer reichlich Nahrungsabfälle, die einem Aasfresser sicherlich das Leben erleichtern. Dieses Verhalten zeigen heute noch diverse Canidenformen wie Schakal und Fuchs. Sicherlich ein Grund für den Menschen diese Aufräumer in ihrer Nähe zu dulden. Zusätzlich könnten sie in Zeiten der Not als Nahrungsreserve gedient haben. Allerdings wurden bei Ausgrabungen niemals grössere Mengen augenscheinlich geschlachteter Hunde gefunden. Einige Forscher glauben auch, dass die Tiere in der kalten Jahreszeit als Wärmekissen gedient haben könnten.

Die Nähe von Menschen aufzusuchen zahlte sich für Wölfe aus.

Führende Wolfsforscher sind der festen Überzeugung , dass eine psychische und soziale Bindung nur dann erfolgt wenn man jüngste Welpen bei sich aufnimmt. Niemand weiß was unsere Vorfahren dazu animierte die ums Lager streichenden Aasfresser zu domestizieren.
Reicht allein die Erklärung des Kindchenschemas der Wolfswelpen aus um eine eiszeitliche Frau zu animieren einen Wolfswelpen an die Brust zu legen und zu stillen? Eine andere Milchquelle - geschweige denn Haustiere - gab es noch Jahrtausende lang nicht. Dieser Vorgang muss nicht nur einmal stattgefunden haben. Er muss sich unzählige Male auf der ganzen Welt wiederholt haben. Der Wolfsforscher Erik Zimen machte mit 22 Wölfen diesen Zähmungsversuch, jedoch nur ein einziger schloss sich ihm lebenslang an.
Es gibt allerdings viele Zweifel und Ungereimtheiten in dieser Theorie und selbst Ziemen konnte dies im Selbstversuch mit seinen Wolfsjungtieren nicht letzendlich nachweisen.
Man darf jedoch davon ausgehen, daß der Mensch vor 130.000 Jahren wesentlich weniger Wolfsjunge zur Verfügung hatte als Ziemen mit seinen über die Jahre verteilten 22 Wolfswelpen die er diesem Versuch unterzog.

Wie war es aber dann ?

Heute vermutet die Wissenschaft die Wahrheit genau andersrum - nicht der Mensch domestizierte den Wolf sondern es war umgekehrt.
Der Wolf sah den Menschen als billigere und ungefährlichere Nahrungsquelle an so wie es heute noch überall in der Welt mit vielen Wildcanidenarten geschieht.
Das Pendant zum heutigen Pariahund entstand, der Pariawolf.
Es hatte plötzlich nicht mehr der entlegen vom Menschen lebende Wolf den Vorteil sondern der Wolf der seine Scheu am besten ablegen konnte - dazu gehört logischerweise auch das Ablegen vieler wölfischer Rituale.
Letztendlich hatte sogar der Wolf den größten Vorteil der auf einen Großteil seiner komplexen , oft auf Aggressionsgesten beruhenden Verhaltensweisen verzichtete und sogar irgendwann dem Menschen aus der Hand fraß.
Er hat nicht sein Rudel verloren sondern ein neues gefunden.Es war nicht mehr nötig das Rudel zusammenzurufen und die Jagderregung zu steigern - es war nicht einmal mehr nötig zur Jagd zusammenzuarbeiten. Das Futter kam von alleine.
Der Mensch profitierte davon zunächst durch verbesserte hygienische Vehältnisse und damit mehr Gesundheit und zudem durch die Warnung und den Schutz vor Feinden.

Nicht der Mensch fand den Hund - es war der Hund der den Menschen fand !

Über den genauen Zeitpunkt dieser Trennung von Hund und Wolf können wir nur spekulieren. Als gesichert wird ein Zeitpunkt vor 14.000 Jahren angesehen aber neueste Unersuchungen der Genabfolge an Skelettfunden weisen auf einen Zeitpunkt vor 135.000 Jahren hin.
Bereits vor tausenden von Jahren ehrten Menschen ihre Hunde mit besonderen Bestattungen.
Entscheidend für den Prozess der Domestikation ist der Ersatz der natürlichen Selektion durch Zucht. Die gesamte - in allen Lebewesen vorhandene - genetische Variationsbreite wird somit nicht länger durch natürliche Auslese begrenzt, sondern kann sich - durch gezielte Hege der Nachfahren und dem Schutz vor äusseren Einflüssen - nun erst richtig entfalten.

römische Hundeterrakotte

Zu den verschiedenen körperlichen Veränderungen kamen auch die, durch Zucht begünstigten Schwerpunkte aus dem ursprünglichem Wolfsverhalten. Förderte man bei den Einen den Jagdinstinkt so wurde bei anderen Tieren die territoriale Aggressivität gefördert. Erst diese Vorgänge ermöglichten die heutige Vielfalt der Hunderassen.

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Guest

Re: HUNDE ALLGEMEIN

#5 Beitragvon Guest » 26. März 2006, 14:40

Der Körperbau

Ein Muster für alle Hunde

Hunde gibt es in allen Formen und Größen, aber das Grundmuster eines Durchschnittshundes weist ihn als fleischfressendes Lebewesen aus, dazu geschaffen, zu jagen, zu fangen, zu töten und seine Beute aufzufressen: er tragt das typische Zeichen eines Fleischfressers - riesige Reißzähne. Und doch ist der Hund nicht so raffiniert als Fleischfresser ausgestattet wie beispielsweise die Katze; denn er hat sich einige Backenzähne (Molaren) erhalten können, die zum Kauen und Mahlen gut geeignet sind. Domestizierte Katzen hingegen haben so stark reduzierte Molaren, dass diese nur wenig Kaudienste mehr leisten können. Die Zähne eines Hundes sind speziell ausgebildet, doch das Körperskelett eines Fleischfressers ist relativ primitiv. Karnivoren haben den Pflanzenfressern (Herbivorcn) nicht nachgeeifert, die ihre Zehen zu einem Huf umbildeten; denn ein Hund muss schnell und beweglich und in der Lage sein, die Richtung rasch zu ändern. Außerdem muss er seine Krallen als Waffe einsetzen können. Die wildlebenden Pflanzenfresser müssen auch schnell sein, doch beschränkt sich ihre Bewegung auf einen Vorwärtsdrang, und sie sind recht ungeschickt, wenn sie sich nach einem Sturz aus vollem Laut wieder aufrappeln müssen. In all den Jahren strenger Zuchtauswahl sind verschiedene Hunderassen entstanden. die sich in der Anatomie beträchtlich unterscheiden, wobei aber das Grundmuster erhalten geblieben ist.

Ein Rudelmitglied

Dieses »Grundmuster« gibt dem Hund genügend Schnelligkeit, um im Rudel zu jagen. während ein allein jagendes Tier, wie z.B. der Gepard, bedeutend schneller sein muss. Hunde, die im Rudel jagen, spornen sich gegenseitig an. Ein wildlebender Hund ist außerdem mit starken Muskeln ausgestattet, die ihm Ausdauer und Kraft geben.

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Natürliche und künstliche Auslese

Erweist sich bei in der Wildnis lebenden Arten ein bestimmtes körperliches Merkmal über längere Zeit als besonders nützlich, so werden Tiere, die diese Veränderung ausgebildet haben, immer zahlreicher, da sie bessere Überlebenschancen haben. Charles Darwin erkannte dies und nannte seine Theorie »Natürliche Auswahl« (Natural Selection). Er entwickelte diese Theorie, nachdem er auf den Galapagos-Inseln Finken und andere Tiere beobachtet hatte. Während der langen Zeit der Domestikation hat der Mensch verschiedene Charakteristika im Hund entwickelt, die für seine Ansprüche nötig sind. Er hat dafür gesorgt, dass bestimmte Charakteristika deutlicher ausgeprägt werden, als dies je in der Natur geschähe. Man kann ruhig sagen, dass der Mensch sich in die Evolution eingemischt hat. Da jedoch auch er ein Teil der Natur ist und er selbst seine Umgebung verändert, ist es vielleicht sogar entschuldbar, dass er das gleiche mit dem Hund getan hat, damit er besser in seine Welt passt, statt ihn daraus auszuschließen oder gar seine Art auszulöschen. Eines nämlich ist sicher: Die meisten von uns finden die Welt schöner durch unsere Freunde mit dem Fell. Wer immer auch welches Leben führt, es gibt den passenden Hund dazu! Natürlich ist dies nicht die ganze Skala, und es gibt viele Ausnahmen zu diesem Grundmuster, aber die meisten Originalzuchten stammen von dieser Selektionsform ab. Einige Rassen werden nur zu Showzwecken gezüchtet, und die meisten heute existierenden Hunde haben sich beträchtlich von ihrem Ursprungszweck entfernt. Die heutigen Bulldoggen können nicht mehr jene Aufgaben erfüllen, für die sie ursprünglich (mit geraderen Beinen und längerer Schnauze) gezüchtet worden waren. Es ist sicher interessant, darüber zu spekulieren, was mit den Hunden in Zukunft geschehen wird. Die alten bekannten Rassen werden sich vermutlich verändern, da Arbeitshunde nur noch für Showzwecke gezüchtet werden; wobei der eigentliche Arbeitshund hoffentlich nie ganz verloren gehen wird. Sicher wird es auch neue »alte« Rassen geben, die aus irgendwelchen entlegenen Ecken dieser Welt aufkreuzen. Vielleicht wird man es auch schaffen, angeborene Fehler auszumerzen, um gesündere Hunde zu »produzieren«.
Zuletzt geändert von Guest am 26. März 2006, 14:44, insgesamt 1-mal geändert.

Guest

Re: HUNDE ALLGEMEIN

#6 Beitragvon Guest » 26. März 2006, 14:47

Das Skelett des Hundes

Im Hundeskelett sind zwei Hautknochentypen zu finden: lange Knochen (Röhrenknochen wie die Gliedmaßen und die Wirbelsäule) und flache Knochen (Schädel, Becken und Schulterblatt). Obwohl sich das Skelett seit Urzeiten nicht grundsätzlich verändert hat, unterscheiden sich die Gliedmaßen bei den verschiedenen Rassen doch erheblich. Man denke nur an den Unterschied zwischen einem Dackel und einem Bernhardiner! Schuld daran ist vor allem der Mensch, der Hunde, in allen Größen züchtet.

So arbeitet das Skelett

Das Skelett besteht aus knochigen Hebeln, die durch Muskeln bewegt werden, die an Kreuzungspunkten auf den Knochen befestigt sind. Die Knochen fügen sich an Gelenken aneinander, die als Stoßdämpfer wirken. Das Knochengerüst hat eine sehr komplizierte Struktur, die große Stabilität gewährleistet und trotzdem Bewegungen erlaubt. Es ist an Bändern verankert, die einen gewissen Beweglichkeitsspielraum in spezielle Richtungen möglich machen. Jedes Gelenk ist von einer Gelenkkapsel umgeben, in der sich die Gelenkschmiere befindet (Synovialflüssigkeit). Die Knochenenden sind am Übergang zum Gelenk mit Knorpel bedeckt, einer weicheren Substanz, die dem Gelenk eine bessere Beweglichkeit verleiht und eventuelle Stöße auffängt, wenn das gesamte Hundegewicht auf die Beine wirkt.

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Wie Knochen wachsen und sich entwickeln

Die langen Knochen entstehen beim Fötus aus einer knorpeligen Substanz, die sich in den späteren Schwangerschaftswochen zu richtigen Knochen entwickeln. Ein Gliedmaßenknochen hat eine röhrenförmige Struktur mit einem Scharnier oder Gelenk an jedem Ende. Die Teile des Knochenschafts, die nicht mit dem Gelenk in Berührung kommen, sind umgeben von einem zähen Gewebe, der Knochenhaut. Bei jungen, noch wachsenden Hunden ist die innere Lage dieser Knochenhaut ständig im Wachsen begriffen, wodurch der Knochendurchmesser größer wird. Damit der Röhrenknochen nicht zu dick und schwer wird, wird sein Inneres resorbiert und so erneuert, dass nur die eigentliche Knochenwand stehen bleibt. Beim ausgewachsenen Hund ist die Knochenhaut kaum noch aktiv; doch tritt sie in Aktion, sobald ein Knochenbruch »repariert« werden muss. Um diesen Prozess, der den Knochen aufweicht, zu überwinden, ist das Innere mit feinen knochigen Bälkchen oder Pfeilern gefüllt, deren Zwischenräume beim jungen Hund wiederum mit Knochenmark gefüllt sind, beim älteren Hund mit Fett.

Das Längenwachstum geschieht am Knochen in der Nähe der Gelenke, an der Gelenkplatte. In diesen Wachstumsplatten, wie sie auch genannt werden, wird ständig eine Knorpelschicht produziert, die in den Röhrenknochen wandert (siehe Röntgenbild unten). Das Knorpelgewebe wird in Knochen umgewandelt, und auf diese Weise wächst der Knochen in die Länge. Bei den meisten Hunden ist das Längenwachstum der Knochen im zehnten Monat beendet.

Nahrung fürs Wachstum

Sollen die Knochen wachsen, brauchen sie Nahrung, und diese wird von den Blutkörperchen geliefert. Der Hauptteil eines jeden Knochens wird von einer oder zwei großen Versorgungsarterien ernährt, die durch ein Loch im Knochen Zugang zu ihm bekommen (Foramen nutricium). Der Gelenkknochen erhält Blut aus einem Arterienring, der sich in der Gelenkkapsel befindet. Diese Arterien durchdringen das gesamte Gelenk und ernähren den wachsenden Knochen. Sie liefern auch Nahrung in die innere Schicht der Knorpelmasse des Gelenks; außerdem erhält dieses weitere Nahrung durch die Gelenkschmiere innerhalb des Gelenks.

DIE WIRBELSÄULE

Die Wirbelsäule ist eine Röhre, die aus einzelnen Knochen - den Wirbeln - zusammengesetzt ist, die durch starke Bänder zusammengehalten werden. Durch diese Röhre, in der sich das wertvolle Rückenmark befindet, verläuft der Nervenkanal. Die Wirbel gehen in den Schwanz über, wobei sie dort sehr viel kleiner sind als im Körper. Die meisten Nerven verzweigen sich aus dem Nervenkanal heraus im Körper. Zwischen den einzelnen Wirbeln befinden sich faserige Pölsterchen, die sogenannten Bandscheiben, die auch außergewöhnliche Erschütterungen und Bewegungen auffangen. Ihre Struktur gleicht der einer Zwiebel - mehrere dünne Häute und eine Flüssigkeit sowie ein stoßdämpfender ballförmiger Kern. Wird ein Hund älter, verlieren die Bandscheiben an Flüssigkeit, und die Wirbelsäule wird weniger beweglich. Bei einigen Rassen - vor allem beim Dackel, dem Pekinesen und dem Basset geschieht dies schon recht früh. Diese Hunde erleiden häufig einen Bandscheibenvorfall, Unkorrekterweise auch oft als »herausgesprungene Bandscheibe« bezeichnet.

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Re: HUNDE ALLGEMEIN

#7 Beitragvon Guest » 26. März 2006, 14:51

Muskeln und Bewegung

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Im ganzen gesehen sind die Muskeln im Körper eines Hundes dessen größtes Organ. Obwohl die Zuchtauswahl große Unterschiede in Größe und Skelett gebracht hat, unterscheiden sich die Muskeln bei den einzelnen Rassen nur sehr wenig.

So arbeiten die Muskeln

Die meisten Muskeln sind als faserige Sehnen an den Knochen verankert. Hauptansatzpunkte für die Muskeln sind die flachen Knochen, die für die Beinbewegungen verantwortlich sind. Werden Muskeln zusammengezogen, werden auch die Knochen, an denen sie befestigt sind, enger zusammengebracht. Bei der Muskelentspannung gehen sie wieder weiter auseinander. Das Beugen der Gliedmaßen und Strecken der Gelenke wird von den Muskeln bewirkt, die am Bein entlang laufen und an den langen Röhrenknochen befestigt sind und so einen optimalen Hebelansatz erhalten. Ein wildlebender Hund ist stark bemuskelt - dies muss auch so sein, damit er sich genügend Futter erjagen kann. Der domestizierte Hund als des Menschen bester Freund hat oft ziemlich schlaffe Muskeln, da er meist nicht genügend Bewegung hat. Dem Wolf gleicht von den heutigen Rassen der Husky am meisten; er hat auch dessen Stärke und Ausdauer. Huskygespanne können Ladungen mit doppeltem Eigengewicht schleppen, und zwar täglich und bis zu fünf Kilometer pro Stunde.

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So bewegt sich der Hund

Der Bewegungsapparat des Hundes besteht aus Knochen, Gelenken, Muskeln und Nerven. Das Nervensystem befiehlt und koordiniert die Muskelaktivität. Es schickt Botschaften an die Muskeln, wodurch die Gliedmaßenknochen in Bewegung gesetzt werden. Die Bewegungen der Hundegliedmaßen können mit denen von Speichen eines Rads vergleichen werden: Jeder Fuß hinterlässt einen Eindruck auf dem Boden, wird zurückgezogen, und der Vorgang wiederholt sind. Je größer das Rad ist, desto mehr Strecke kann es bei einer Umdrehung bewältigen, und je länger die Beine eines Hundes sind, desto raumgreifender ist der Schritt. Je weiter sein Schwerpunkt vorne liegt, desto schneller kann ein Hund sich bewegen; denn seine Hinterbeine sind Sitz des Antriebsmotors und tragen nicht so viel Gewicht. Dies trifft vor allem bei für ihre Geschwindigkeit und Beweglichkeit berühmte Rassen zu, wie Greyhounds und Barsois. Bei Jagdhunden versuchen die Züchter zu erreichen, dass der Schwerpunkt ziemlich genau in der Mitte liegt, da diese schwergewichtiges Wild in ihrem Fang apportieren müssen. Der meiste Antrieb kommt von der mächtigen Hinterhand und den sich vom Boden abstoßenden Hinterpfoten. Durch die Hinterbeine geht beträchtliche Kraft, und so stehen die Gelenkoberflächen der Knochen dicht beieinander und werden in dieser Lage durch ein kompliziertes System von Muskeln und Bändern gehalten.

Springen

Hunde können nicht so gut springen und klettern wie Katzen. Der Grund dafür ist, dass sie ihre Pfoten nicht so kontrollieren und ihre Beine nicht so drehen können wie Katzen. Hunden kann man es beibringen, über Hindernisse zu springen. Sie setzen dabei ihr eigenes Gewicht ein, um während des Anlaufs genug Schwung zu bekommen. Aber die Kräfte sind eher dafür entwickelt, ausdauernd zu laufen, statt die Muskeln plötzlich für einen Sprung anzuspannen.

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HUNDE MIT STARKEM GESICHTSSINN (»SIGHT HOUNDS«)

Unter den Jagdhunderassen gibt es einige - etwa der Afghanische Windhund, der Saluki, der Greyhound, der Schottische Hirschhund (Deerhound) und deren Kreuzungen -, die einen stark entwickelten Gesichtssinn haben, den sie auch beim Jagen nutzen. Die englischen Bezeichnungen sagen dies deutlich: »Sight Hounds«, »Gaze Hounds« (to gaze = starren, glotzen). Die langen Beine dieser Rassen ermöglichen ihnen eine besonders große Geschwindigkeit. Die Beweglichkeit ihrer Körper machen sie einem Geparden ähnlicher als einem Hund. Diese Hunde können 55 bis 60 km/h erreichen; ein Gepard bis zu 70 km/h.

Die Geschwindigkeit hängt mit der Art und Weise zusammen, wie der Hund seine Beine aufsetzt. Diese Windhunde haben lange Beine und einen langen Rücken, und bei voller Geschwindigkeit landen die Hinterbeine vor den Abdrücken der Vorderbeine. Dies geschieht im Gegensatz zu den langrückigen Rassen mit kurzen Beinen wie dem Basset, der seine Hinterbeine hinter den Abdrücken, die seine Vorderbeine hinterlassen haben, aufsetzt.

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Re: HUNDE ALLGEMEIN

#8 Beitragvon Guest » 26. März 2006, 15:01

Der Schädel

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Bei Hunden unterscheidet man drei Grundformen des Schädels:

• Hunde mit langer Schnauze wie Collie (Schottischer Schäferhund), Afghanischer Windhund, Dobermann und Foxterrier.

• Rundköpfige, stupsnasige Rassen wie Mops, Bulldogge und Pekinese (sog. Apfel- kopf).

• Hund mit normal langer Schnauze. In die- se Gruppe fallen alle anderen, die nicht einer der ersten beiden Kategorien angehören.

Teile des Schädels

Die äußeren Kopfmerkmale passen sich Form und Typ des Schädels an. Die Augen liegen in den Augenhöhlen rechts und links vom Jochbeinbogen. Dieser wiederum beherrscht die ganze Breite des Schädels und ist je nach Hunderasse unterschiedlich. Langschnauzige Hunde haben einen relativ geraden Jochbeinbogen, während derjenige von kurzschnauzigen Hunden stärker gebogen ist.

Kiefer

Die Form des Kiefers ist bei den verschiedenen Rassen sehr unterschiedlich. Die offiziellen Rassestandards stellen gewisse Richtlinien für das Gebiss eines jeden Hundes auf. Die Kiefermuskeln sind sehr kräftig. Man sagt, dass eine Promenadenmischung von 20 kg eine Beißkraft von 165 kg hat; beim Menschen beträgt der Durchschnittswert des Gebissdruckes 20 bis 30 kg.

Schädeldecke

Der obere Teil des Hundekopfes beherbergt das Gehirn und unterscheidet sich ebenfalls stark je nach Rasse. Beim Chihuahua wurde über viele Jahre der Zuchtauswahl ein hochgewölbter Kopf herausgebildet. Leider hat dies dazu geführt, dass viele Tiere mit vererbbaren Gehirnfehlern oder einem Wasserkopf geboren werden.

Der Stop oder Stirnabsatz

Hier geht die Stirn in das Nasenbein über. Einige Rassen - etwa der Boxer - müssen laut Zuchtstandards einen stark ausgebildeten Stop haben, andere wiederum nicht (Greyhound oder Bullterrier). Auf der Rückseite der Schädeldecke schließt sich das Hinterhauptsbein an, das beispielsweise beim Basset sehr stark ausgebildet ist. Dieses Merkmal tritt bei Junghunden erst im Alter von neun bis zehn Wochen auf.

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Das Gehirn

Das Hundegehirn unterscheidet sich von dem des Menschen vor allem im Großhirn; der Mensch hat bedeutend mehr graue Zellen als ein Hund. Obwohl beide ihre Körperfunktionen und -bewegungen koordinieren und kontrollieren müssen, tut dies der Mensch mit mehr Verstand. Das Wichtigste am Hundegehirn sind die Sinne und das »Wiedererkennen«; für das eigentliche Denken ist kaum Platz. Einem Hund kann man beibringen, ein Fünfmarkstück wiederzuerkennen, aber er wird niemals den Sinn des Geldes verstehen und nicht lernen, wie viel Dosen Futter man für fünf Mark kaufen kann. Eine große Hunderasse wie der Bernhardiner, der ungefähr genauso viel wiegt wie ein Mensch, hat im Vergleich nur ein Gehirngewicht von 15%. Dabei hat aber jener Teil des Gehirns, der für den Geruchssinn zuständig ist, 40mal so viele Zellen wie der vergleichbare Teil im menschlichen Gehirn.

Die Zähne

Die Zähne eines Hundes weisen ihn als Fleischfresser aus. Er hat große, starke Reißzähne, mit denen er auch zähes Material durchbeißen kann. Außerdem ist dieser letzte Prämolar im Oberkiefer nicht nur vergrößert, sondern hat auch eine Schneidefläche entwickelt und überschneidet damit den ersten Backenzahn (Molar) des Unterkiefers. Die langen, spitzen und leicht gekrümmten Schneidezähne - auch Hundezähne genannt - sind nützliche und stechende Waffen, womit die Beute gefangen und gehalten wird.

Beim Hund brechen die verschiedenen Zähne auch zu unterschiedlichen Zeiten aus.

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Zahnformel

Die Zahl jedes Zahntyps auf einer Seite des

Ober- und Unterkiefers eines Hundes lautet:

Oberkiefer: 3 Schneidezähne, l Fangzahn, 4 Prämolaren, 2 Molaren

Unterkiefer: 3 Schneidezähne, l Fangzahn, 4 Prämolaren, 3 Molaren.

Guest

Re: HUNDE ALLGEMEIN

#9 Beitragvon Guest » 26. März 2006, 15:06

Das Auge

In der Grundstruktur ähnelt das Auge des Hundes dem des Menschen; einige Unterschiede jedoch deuten darauf hin, dass der Hund anders sieht und ein anderes Gesichtsfeld hat. Das Auge ist durch die Linse in zwei Hauptteile geteilt. Wächst der Hund, so wächst auch dessen Augenlinse, wobei sie von einem um sie herumliegenden Gewebe genährt wird, der sogenannten Linsenkapsel.

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Die drei »Mäntel« des Auges

Das Hundeauge besteht aus drei Schichten. Von außen nach innen sind das: Sklera (Lederhaut), Uvea und Retina (Netzhaut). Die Lederhaut geht von der Vorderseite des Auges in die Hornhaut über. Die Uvea besteht aus drei Teilen: der Aderhaut, der Iris und dem Ziliarkörper. Auf der Aderhaut befindet sich eine lichtreflektierende Schicht. Die Iris ist ein muskulärer Ring, der vom Nervensystem kontrolliert wird und der die Lichtmenge bestimmt, die ins Auge eintreten kann. Dies funktioniert wie die Öffnung einer Kamera. Am Ziliarkörper - ein Gewebering hinter der Iris - ist der Aufhängeapparat (Zonulafasern) befestigt, der die Augenlinse hält und bewegt. Er spielt auch eine Rolle, das Bild auf der Netzhaut zu fokusie- ren, und sondert eine Flüssigkeit ab, die die Hornhaut nährt. Die Netzhaut (Retina) Dies ist eine lichtempfindliche innere Schicht des Auges. Sie enthält zweierlei lichtempfindliche Zellen: Stäbchen und Zäpfchen. Die Stäbchen sind besonders empfindlich und arbeiten auch bei sehr schwachem Licht, können aber nur Schwarz und Weiß unterscheiden. Auf der Retina des Hundeauges gibt es nur etwa fünf Prozent Zäpfchen, alles andere sind Stäbchen, so dass ein Hund vermutlich so gut wie farbenblind ist und nur Schwarz, Weiß und verschiedene Grautönungen unterscheiden kann.

Die Augenlider

Die Augenlider eines Hundes haben spezielle Aufgaben. Unter dem oberen Lid befindet sich die Tränendrüse, die Tränen produziert, um die Hornhaut feucht zuhalten und sie vor dem Austrocknen zu bewahren, was zu Entzündungen führen würde. Damit die Tränen nun nicht ständig laufen, gibt es ein spezielles »Drainage«-System. Das obere und untere Lid haben je einen kurzen Gang im inneren Winkel; diese formen einen gemeinsamen Tränengang, der die Tränen eines jeden Auges in die Nasenhöhle leitet. Durch verschiedene Störungen kann eine Blockade dieser Gänge auftreten, was sorgfältig behandelt werden muss.

Die Augenwimpern

Ein Hund hat am oberen wie am unteren Lid Wimpern. Zeigen diese in die falsche Richtung, kann es zu Augen Verletzungen kommen. Augenliddeformationen {Entropium und Ektropium) sind relativ häufig; das hängt auch von der Rasse ab.

Das dritte Augenlid

Hunde haben an jedem Auge ein drittes Augenlid, das auch als Nickhaut bezeichnet wird. Dieses ist größtenteils unter dem unteren Lid versteckt, und man kann nur ein kleines Stückchen dieser farbigen Membrane im inneren Augenwinkel erkennen. Bei einigen Rassen ist die Nickhaut jedoch sehr auffallend. Diese Nickhaut hat die Funktion eines Scheibenwischers, der Fremdkörper entfernt. Wenn sich das untere Augenlid durch Krankheit oder Alter zurückzieht, kann man die Nickhaut deutlicher erkennen. Passiert dies sehr plötzlich und die Nickhaut bleibt sichtbar, kann dies auf Krankheiten oder Schmerzen hinweisen. Man beachte auch noch andere Symptome!

Guest

Re: HUNDE ALLGEMEIN

#10 Beitragvon Guest » 26. März 2006, 15:07

Gesichtsfeld

Hunde sehen im Dunkeln besser als Menschen, da die Netzhaut mehr Stäbchen enthält, welche auch auf wenig Licht reagieren. Der zweite Grund ist die lichtreflektierende Schicht (Tapetum lucidum), die unter den Stäbchenzellen liegt und das Licht durch diese konzentriert reflektiert. Dadurch können Wildhunde auch bei schwacher Beleuchtung jagen. Als .weitere Jagdhilfe sind Hunde in der Lage, auf weite Entfernungen Bewegungen auszumachen. Dagegen erkennen sie nahegelegene Gegenstände sehr schlecht, was ausgesprochen tollpatschig wirken kann.

Die Lage der Augen im Hundekopf und die kräftige Bemuskelung, dank der sie rundum bewegt werden können, geben dem Hund ein relativ großes Gesichtsfeld. Je nach Form des Kopfes variiert die Lage der Augen und das Gesichtsfeld. Bei so kurzschnauzigen Rassen wie Mops und Bulldogge liegen die Augen genau vorn, wodurch das Gesichtsfeld sich besser überlappt als bei Hunden mit längeren Schnauzen. Langschnauzige Hunde haben häufig schräg angebrachte Augen mit wenig Überschneidung. Diese sehen am wenigsten plastisch und haben nur ein sehr schmales Gesichtsfeld direkt vor sich. Dies mag der Grund sein, warum die sonst so eleganten Windhunde (Barsoi oder Saluki,) in Gräben stürzen oder über kleine Hindernisse stolpern, wenn sie in voller Geschwindigkeit laufen. Das Gesichtsfeld des Menschen überschneidet sich sehr stark, so dass wir gut plastisch sehen und Raumtiefe und Distanzen genau abschätzen können. Obwohl Hunde einen weiteren Gesichtskreis haben, können sie Distanzen nicht so gut abschätzen.

Bild Bild Bild

Guest

Re: HUNDE ALLGEMEIN

#11 Beitragvon Guest » 26. März 2006, 15:10

Ohren und Nase

Die beiden am besten entwickelten Sinne des Hundes sind das Hören und der Geruch. Beide sind besser als beim Menschen und prädestinieren den Hund zum Jäger.

Ohren und Gehör

Die Hundeohren unterscheiden sich äußerlich sehr stark, doch haben alle Hunde einen gleichermaßen guten Gehörsinn und können sehr hohe Frequenzen ausmachen, die der Mensch nicht hören kann. Es gibt große, hängende Ohren, die zum Beispiel dem Basset sein schläfriges Aussehen geben, und es gibt die kleinen, aufrechtstehenden Ohren der Terrier. Cockerspaniels haben sehr behaarte Hängeohren, deren Ansatz sich im Kopfhaar verliert. Im Gegensatz dazu sind die Ohren der Bulldogge nur kurz behaart und stehen stramm nach oben wie Radarschirme.

Das Ohr im einzelnen

Obwohl das Ohräußere innerhalb der Rassen sehr stark variiert, sind Struktur und Funktion von Mittel- und Innenohr bei jedem Hund dieselben. Die Ohrmuschel Das Äußere des Ohrs besteht aus einem knorpeligen Gewebe, das mit Muskeln und Haut bedeckt ist. Bei den meisten Hunden sind die Ohren sehr beweglich und folgen den Lauten und Geräuschen. Die Ohrmuschel führt in den äußeren Gehörgang, einer kurzen Röhre, die vertikal hinabführt und später horizontal zum Trommelfell verläuft.

Das Mittelohr

Das Mittelohr des Hundes besteht aus dem Trommelfell und der Mittelohrhöhle, in der sich die kleinsten Knöchelchen des Körpers befinden, die Gehörknöchelchen. Sie sind nach Form und Funktion als Hammer, Amboß und Steigbügel benannt. Die drei Knochen sind miteinander verbunden: Geräusche, die vom Mittelohr aufgenommen werden, lassen das Trommelfell vibrieren. Dieses bewegt die Gehörknöchelchen, die das Geräusch ans Innenohr weiterleiten. So wird das Ohr durch Ausdehnung geräuschempfindlich, aber die Knöchelchen schützen das innere Ohr auch gegen zu starke Vibrationen, die durch laute Geräusche hervorgerufen werden, indem sie sich zusammenziehen.

Bild
Querschnittszeichnung vom ohr

Das Innenohr

Weiter innen im Ohr befinden sich eine geräuschempfindliche Spirale, die sogenannte Schnecke, und die Gleichgewichtsorgane (Vestibularapparat), die mit halbkreisförmigen Kanälen verbunden sind. Diese Kanäle registrieren Bewegungen, die Bogengänge und der Schlauch (Sacculus) geben die Informationen zur Balance des Kopfes. Dies ist der gleiche Vorgang wie bei Katzen und Menschen.

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STUMME HUNDEPFEIFEN

Sogenannte stumme Pfeifen geben einen sehr hohen Ton ab, den der Mensch nicht hören kann, wohl aber der Hund! Dieser hohe Ton trägt auch weiter als ein tieferer und ist dadurch ideal, um weit entfernt laufenden Hunden Befehle zu geben. Hunde können Geräusche aus viermal größerer Entfernung ausmachen als ein normales menschliches Ohr.
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Guest

Re: HUNDE ALLGEMEIN

#12 Beitragvon Guest » 26. März 2006, 15:11

Die Nase und der Geruchssinn

Mit am bemerkenswertesten ist der Geruchssinn der Hunde. Alle haben den angeborenen Trieb, alles zu beschnüffeln - Plätze, Menschen, andere Hunde. Der Geruchssinn gibt dem Hund jede gewünschte Information und ist etwa eine Million mal stärker als der des Menschen. Auch hat ein Hund vierzigmal soviel Hirnzellen, die mit dem Geruchssinn in Verbindung stehen, wie der Mensch. Der Mensch nutzt diese Gabe aus und verwendet Schnüffelhunde, um Drogen, Bomben, defekte Gasleitungen, ja sogar Trüffeln zu finden. Die Sensibilität der Hundenase kommt teilweise dadurch, dass ihr Riechzentrum viel größer ist als beim Menschen. Bei diesem beträgt es etwa drei, beim Durchschnittshund 130 Quadratzentimeter. Dieses Zentrum ist mehrfach gefaltet, und die Falten und Ecken bilden »Fallen«, in denen die Gerüche hängen bleiben. Die Sinneszellen sind sehr eng zusammengedrängt, so dass pro Ouadratzentimeter mehr Zellen Platz haben.

Warum die Hundenase feucht ist

Die Hundenase wird durch ein Sekret bestimmter Zellen feuchtgehalten. Diese werden stimuliert, sobald neue Gerüche auftreten. Die in kleinen Partikeln vorhandenen Gerüche werden durch die Flüssigkeit aufgelöst und mit den Geruchszellen in Kontakt gebracht.

Bild

Atmung

Der Rachen ist der hinterste Teil der Schnauze, wo Luftröhre und Speiseröhre beginnen. Das sogenannte Gaumensegel - eine weiche Ausdehnung des Gaumens- hängt herunter und teilt den Rachen in zwei Teile. Der Hund ist normalerweise ein Nasenatmer, wobei das Gaumensegel den Rachenraum abschließt. Da der größte Luftbedarf der Lungen durch die Nasenpassage zirkuliert, wird die Luft gefiltert, erwärmt und befeuchtet, bevor sie in die Lungen gelangt. Der Hund beginnt mit offener Schnauze zu atmen, wenn es sehr heiß ist, wenn der Hund viel gelaufen ist oder an einer Krankheit im Nasen-Rachen-Raum leidet.

Probleme bei kurzen Schnauzen

Bei vielen kurzschnauzigen Rassen kann das Gaumensegel Atmungsschwierigkeiten hervorrufen, da es seinen Sitz weit hinten im Kopf hat und den Rachenraum einengt. Dadurch können manche Hunde kaum mit geöffneter Schnauze atmen. Es kann gefährlich werden, hält man die Schnauze solcher Hunde zu, denn sie können allein durch die Nase nicht genügend atmen, vor allem wenn sie aufgeregt sind. Sie müssen durch Nase und Schnauze atmen, weil sonst das Gaumensegel im Rachen stecken bleiben kann.

Guest

Re: HUNDE ALLGEMEIN

#13 Beitragvon Guest » 26. März 2006, 15:18

Der Brustraum

Der Brustraum wird durch die Rippen und das Zwerchfell begrenzt. Der meiste Raum wird beim Hund von den Lungen eingenommen. Das Herz sitzt in der Mitte des Brustraums und berührt mit seinem tiefsten Punkt die Rippen. Beide Organe - das Herz und die Lungen - bewegen sich innerhalb dieses Brustkastens. Damit sie sich nicht gegenseitig stören oder aneinander hängen bleiben, steckt jedes Organ in einem eigenen schlüpfrigen Hautsack. Quer durch den Brustraum verläuft die Speiseröhre, durch die die Nahrung von der Schnauze ins Verdauungszentrum im Bauch befördert wird.

Bild

Das Herz

Der Hund hat ein »Standard«-Säugetier- Herz mit vier Kammern. Zwei Vorhöfe (Atrium) leeren das Blut in die mächtigen Ventrikel (Herzkammer). Die rechte Herzkammer pumpt das Blut in die Lungen, wobei Kohlendioxid ausgestoßen und Sauerstoff aufgenommen wird. Dieses Blut fließt von den Lungen in den linken Vorhof zurück. wo es in die linke Herzkammer gepumpt wird und von dort durch den ganzen Körper. Der Widerstand gegen das Pumpen des Herzens ist im Körper größer als in den Lungen, so ist die linke Kammer größer und kräftiger als die rechte. In die Herzwand sind zwei »Schrittmacher« eingebaut, die koordinierte Impulse an die Muskeln senden und ihnen sagen, wann sie sich zusammenziehen und entspannen müssen.


Die Luftröhre und die Lungen

Die Luftröhre beginnt im Schlund, der aus vielen knorpeligen Teilen besteht. Auch die Stimmbänder sitzen in dieser Öffnung. Die Luftröhre ist eine echte Röhre, die aus Knorpelringen besteht. Sie führt hinunter in die Lungen, wo sie sich in die Bronchien verteilt, die sich ihrerseits wieder verzweigen. Schließlich wird die Luft in die Alveolen geführt; diese Lungenbläschen sind kleine Sackmenbranen mit Blutgefäßen in ihren Wänden. Hier geschieht der Gasaustausch, wobei Sauerstoff aufgenommen und Karbondioxid abgegeben wird.

Guest

Re: HUNDE ALLGEMEIN

#14 Beitragvon Guest » 26. März 2006, 15:33

Der Bauchraum

Hinter dem Zwerchfell beginnt die größte Körperhöhle, der Bauch. Darin liegen viele sehr komplexe Organe, die das Innenleben aufrechterhalten, die Nahrung in brauchbares und auszuscheidendes Material spalten sowie Blut filtern und speichern. Der Bauchraum teilt sich in drei Teile:

• Urogenitalsystem mit Nieren und Fortpflanzungstrakt
• Milz
• Verdauungstrakt mit Darm, Leber und Bauchspeicheldrüse.

Bild

Das Ausscheidungssystem

Der Ausdruck »Urogenitalsystem« beinhaltet zwei Systeme - die Ausscheidung und die Fortpflanzung. Beim Hund hängen die beiden Nieren vom Dach des Bauchraums herab, ganz dicht bei den letzten Rippen. Jede Niere hat eine Rinde, eine Nebenniere und ein Nierenbecken. Rinde (Kortex) und Nebenniere (Medulla) bilden ein komplexes Filtersystem, dessen einzelne Teile Nephron heißen.

Die Funktion der Nieren

Die Nieren filtern das Blut, um unerwünschte und eventuell giftige Substanzen aus dem Blut zu entfernen:

1 Das Blut produziert durch das Ausfiltern von Blutzellen eine klare Flüssigkeit.

2 Die Flüssigkeit läuft durch Kanäle, wo Natrium ins Gewebe abgegeben wird.

3 Dieses Natrium zieht Wasser aus anderen Teilen der Kanäle und konzentriert es zu Urin.

4 An verschiedenen Stellen wird nun anderes Überflüssiges in den Urin abgeschieden.

5 Der Urin fließt durch Sammelkanäle, schließlich ins Nierenbecken.

Die wichtigste und gefährlichste Substanz im Harn ist der Harnstoff, den die Leber produziert, wenn ein Überschuss an Aminosäuren besteht. Baut sich Harnstoff im Körper auf, kann dies zu großen körperlichen Beschwerden, ja zum Tod führen.

Jede Niere hat einen Harnleiter, durch die der Urin von der Niere in die Blase fließt. Durch Wellenbewegungen ähnlich denen, die die Nahrung im Darm vorwärtsbewegen, wird der Urin in die Blase befördert.

Guest

Re: HUNDE ALLGEMEIN

#15 Beitragvon Guest » 26. März 2006, 15:47

Das Verdauungssystem

Die Eingeweide des Hundes bilden eine sehr komplexe Futterverarbeitungsmaschinerie, wobei jeder Teil davon seine bestimmte Arbeit zu leisten hat. Diese »Abteilungen« haben häufig ihre eigenen Drüsen, die Enzyme produzieren, mit denen sie ihre Arbeit bewältigen können. Die einzelnen Stationen sind:

1 Schnauze und Speicheldrüsen
2 Speiseröhre (Schlund)
3 Magen
4 Zwölffingerdarm, Dünndarm und Bauchspeicheldrüse
5 Leber
6 Dickdarm und Mastdarm

Bild

Die Schnauze

Sobald ein Hund merkt, dass Futter auf ihn wartet oder dies bald geschehen wird, tritt der Verdauungsapparat in Aktion. Die Speicheldrüsen produzieren Speichel, um das zu erwartende Futter zu verarbeiten. Bei manchen Hunden genügt es, eine bestimmte Schublade aufzuziehen oder den Dosenöffner herauszuholen, um den Speichelfluss anzuregen.

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SINN DES SPEICHELNS

• Speichel wirkt wie ein Bindemittel, um das aufgenommene Futter zusammenzuhalten, und befeuchtet die Speiseröhre, damit das Futter diese leicht passiert.

• Speichel enthält ein Enzym, das die im Futter enthaltene Stärke schon in der Schnauze zu bearbeiten beginnt und das im Magen fortwirkt.

• Speichel »säubert« die Zunge.

• Der Geschmackssinn hängt teilweise vom Speichelfluss ab, wobei bestimmte Substanzen aus dem Futter auf die Geschmackspapillen gelangen.

• Schleimabsonderung durch die Zunge ist nötig zur Wärmeregulierung.

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