clickertraining

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Guest

clickertraining

#1 Beitragvon Guest » 25. März 2006, 23:03

ich weiss nicht, ob ihr davon schon gehört habt, aber das bringt's voll und ich würd es jedem empfehlen.

vielen menschen ist nicht klar, dass hunde ihre umwelt anders erleben als menschen. hunde sehen farben anders, bewegung anders und verknüpfen ereignisse in nem tempo, welches dem menschen fremd ist. wenn man einem hund etwas beibringen will, ist es durch die sprachdifferenzen notwendig genau auf den punkt zu bringen, was man will. ein lob ist nicht gleich lob für den hund! ein hochfrequentes lob signalisiert mehr begeisterung als ein niedigfrequentes. da der mensch nicht in der lage ist seine stimmlage dementsprechend anzupassen, dass sie für den hund "eindeutig" ist, hat das clickern zwecks hundeerziehung die letzte zeit an bedeutung gewonnen. clickern ermöglicht genau das > ein eindeutiges lob! und das lernen die hunde recht schnell.
der erste schritt besteht darin, den signalton mit einer belohnung zu verbinden. das bedeutet der signalton wird gleichgesetzt mit dem anblick oder dem geruch von begehrten sachen. clicker heisst belohnung und ist quasi sowas wie ein blankocheck für gut vollbrachte arbeit. viele denken blindenhunde wären besonders intelligent, aber so ist es nicht. sie haben nur eine andere erziehung genossen. man kann einem hund alles mögliche beibringen, wenn die kommunikation stimmt und es macht ihm auch noch spass!

deswegen werd ich hier die nächste zeit mal verschiedene sachen zum clickern posten.
Zuletzt geändert von Guest am 25. März 2006, 23:29, insgesamt 1-mal geändert.

Guest

Re: clickertraining

#2 Beitragvon Guest » 26. März 2006, 13:48

was ist clickertraining?

Clicker Training ist eine auf wissenschaftlicher Grundlage aufgebaute Methode zur Verständigung von Hund und Halter.

Damit der Hund etwas tut, was wir wollen, muss er zunächst wissen, was wir wollen. Das erreichen wir, indem wir belohnen, wenn er eine gewünschte Handlung zeigt.

Je öfter eine Handlung belohnt wird, desto mehr wird der Hund sie von sich aus zeigen, um seine Belohnung zu bekommen. Er wird konditioniert. Nun ist das Loben an sich eine zum Teil schwierige Sache, da die Verbindung zwischen Lob und Handlung nur erfolgt, wenn beide Dinge möglichst zur gleichen Zeit oder zumindest sehr kurz hintereinander geschehen. Nur dann versteht der Hund, was belohnt wurde.

Ein reines stimmliches Loben reicht allein nicht aus, um den Hund zu animieren, Handlungen öfter auszuführen. Da möchte Herrchen oder Frauchen schon mit stärkeren Geschützen auffahren. Eine Motivation, der fast kein Hund widerstehen kann, sind die Leckerchen, die als Belohnung gegeben werden. Auch Spiel kann als Belohnung angewendet werden. Bei vielen Übungen kann man aber die Belohnung nicht in der gewünschten Schnelligkeit verteilen, so dass das Verhalten nicht mit der Belohnung in Zusammenhang gebracht wird, die Übungen oft fehlschlagen und Besitzer und Hund immer frustrierter werden.

Der Clicker ist eine Art Knackfrosch.
Drückt man darauf, gibt es das typische "Click-Clack" - Geräusch. Benutzt wird er seit Jahren für das Training von Säugetieren wie Delfinen und Pferden. Warum also nicht auch bei unseren Hunden? Er wird als so genannter positiver Verstärker gebraucht, der dem Hund ankündigt "Jetzt gibt es eine Belohnung". So ist es möglich, dem Hund punktgenau zu signalisieren "das Verhalten war klasse, dafür bekommst du gleich was", ohne dass eine zeitliche Differenz besteht. Der Click als "Vorbote" beziehungsweise Vermittler des Leckerchens wird genau in dem Moment gegeben, in dem uns ein Verhalten des Hundes gefällt und belohnenswert erscheint.

Bild

Den Hund auf den Clicker zu konditionieren, ihm also beizubringen, dass Click Belohnung bedeutet, ist einfach: man nimmt den Clicker in eine Hand, Leckerchen in die andere und los gehts: Click-Belohnung, Click-Belohnung, Click-Belohnung, Click-Belohnung, Click-Belohnung, Click-Belohnung. Dann mal testen, ob er es verstanden hat. Man wartet, bis der Hund mal woanders hinsieht, dann ein Click. Wenn er Sie nach dem Click erwartungsvoll ansieht, hat er es kapiert. Wenn nicht, gibts noch ein paarmal Click-Belohnung (= C&B).Schon kann man mit dem Hund arbeiten. Für jede gewünschte Handlung kann man clicken. Der Hund weiß, dass Click Leckerchen bedeutet und fühlt sich schon im Moment der richtigen Handlung belohnt, obwohl das Leckerchen erst Sekunden später kommt.Schon ist die Belohnung mit der Handlung verknüpft.


Ein praktisches Beispiel
Ich möchte dem Hund "Sitz-Bleib" beibringen. Ich lasse also den Hund hinsetzen und gehe einen Schritt rückwärts. Sitzt der Hund noch, gibt es Click und der Hund weiß, die Belohnung folgt sofort. Ohne Clicker müsste ich erst zum Hund zurück, um ihn zu belohnen und da wird der Hund meist aufstehen. Jetzt kann ich ihn nicht mehr belohnen, denn er sitzt ja nicht mehr und eine Verknüpfung von Sitzen und Belohnen wird nicht hergestellt.

Sie meinen, man kann ja auch die Stimme statt des Clickers einsetzen? Ja, könnte man. Aber der Lerneffekt wird ungleich schlechter sein. Erstens neigt man dazu, den Hund "vollzusabbeln", wo der Clicker ein einziges präzises Geräusch macht. Zweitens ist die Stimme am anfälligsten für Gefühlsschwankungen, die der Hund genau mitbekommt. Wenn Ihr Hund also nach fünf Mal rufen immer noch nicht da ist, beim sechsten Mal aber kommt, wird ihr "fein gemacht" wohl eher zum brummigen "Zeit wirds ja" werden, was für den Hund wohl nur mit größter Anstrengung als Belohnung aufzufassen ist.

Selbst wenn man sich wirklich bemüht, nur ein Wort in derselben Tonlage in jeder Situation als positiven Verstärker zu benutzen (was ich mir nicht zutrauen würde), wird Ihr Hund trotzdem die feinen Stimmungsnuancen mitkriegen und sich dementsprechend "belohnt" fühlen.


Der Clicker bringt andere Hunde hervor
Während die althergebrachte Methode damit arbeitet, dass der Hund für alle Handlungen, die nicht der gewünschten Handlung entsprechen, bestraft wird (im Allgemeinen mit Leinenruck, Stachelhalsband, Teletakt oder durch Festhalten), werden bei der Clickerausbildung alle unerwünschten Handlungen ignoriert und die gewünschte Handlung belohnt. Während also der Hund bei ersterer Ausbildung dazu gebracht wird, am besten gar nichts zu tun, um Schmerzen oder zumindest Unbehagen zu vermeiden, wird er bei der Clickermethode sogar animiert, auszuprobieren, welche Handlung erwünscht ist. Der Hund lernt also entweder, dass er am besten nichts macht, um Schmerzen zu vermeiden, oder alles mögliche ausprobiert, um sich eine Belohung zu ergattern. So zeigt er viele verschiedene Verhaltensweisen, unter denen man sich eine aussuchen kann, die dann "weiter bearbeitet" wird.

Wenn ihr Hund gerade eine lustige Drehung macht, sich streckt oder das Maul weit aufreißt, wird geclickt und bis zum nächsten Mal gewartet. Bald haben Sie dann einen Hund, der sich auf Befehl dreht, streckt oder sogar die Zähne zeigt, worüber sich jeder Tierarzt freut.

Und das größte Plus dieser Methode: All das geschieht auch noch mit viel Spaß und guter Laune! Die Beziehung zwischen Besitzer und Hund ist keine Herrscher-Sklave-Beziehung, sondern ist auf rein freundschaftlicher Akzeptanz und auf Spaß aufgebaut. Wir brauchen keine unsicheren und ängstlichen Hunde, sondern Hunde, die aufgeschlossen und clever versuchen, Dinge zu meistern, die man ihnen vielleicht nie zugetraut hätte. Das allein ist es wert, alte Vorurteile vom unterwürfigen Hund über Bord zu werfen !

Wie Jean Donaldson in ihrem Buch "Hunde sind anders" schreibt, führt der Hund Befehle nicht wegen uns aus, sondern wegen der Belohnung. Auch mit der Zwangmethode macht er es nicht, weil ich der Herrscher bin, sondern, weil er Schmerz vermeidet, wenn er tut, was ich will. (Wenn er denn schon weiß, was ich will!)

Der Hund lernt also, weil das für ihn von Vorteil ist. Das ist seine einzige Motivation. Und mit diesem Wissen können wir Hunde nach unserem Willen beeinflussen.

welpen.de

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Re: clickertraining

#3 Beitragvon Guest » 26. März 2006, 14:00

Anwendung:

Clickertraining ist einfach zu erlernen.

Die Konditionierung auf den Clicker ist ein einfacher und schneller Prozeß. Er braucht nur ein einziges Mal durchgeführt zu werden.

Der nächste Schritt ist das Shaping, die Formung eines Verhaltens. Bis zur erwünschten Ausführungsqualität. Bei jeder neuen Übung geginnen wir mit dem Shaping:

Wir bestärken bereits das Ansatzverhalten in eine erwünschte Richtung. Soll der Hund die Pfote zum Gruß erheben, so erhält er die erste Click Bestärkung schon, wenn er mit der Pfote einen Zentimeter nach oben zuckt. Danach schreiten wir fort wie im Daumenkino. Nach wenigen Bestärkungen gibt es für den Ansatz nichts mehr, eine Steigerung, der Uebergang zum nächsten Bild des Daumenkinos ist gefragt. Die Pfote darf jetzt 10 cm hoch gehoben werden. Jeder größere Schritt wird mit einer größeren oder intensiveren Belohnung bestärkt: Click und Jackpot.

Nach dem Shaping folgt der langsame Übergang auf variable Bestärkung. Hierdurch wird die Festigung des Verhaltens erzielt.

Danach wird das Verhalten verallgemeinert auf andere Umgebungen, Zeiten und sonstige Umstände.

Zum Schluß, wenn man beim Üben genau weiß, daß der Hund sogleich das Verhalten zeigen wird, fügt man das spätere Signal hinzu - nicht eher!

Wenn man die Regeln beachtet, wird man schöne und dauerhafte Erfolge in einem gut gelaunten Training erzielen.

yorkie

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Re: clickertraining

#4 Beitragvon CaughtInACrack » 26. März 2006, 16:20

ah das kenn ich... aber vom stall her, lässt sich also auch auf pferde anwenden
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"Wenn die Gegenwart wüsste,
dass sie in der Zukunft zur verfälschten Vergangenheit wird,
würde sie sich wehren?"

Guest

Re: clickertraining

#5 Beitragvon Guest » 26. März 2006, 16:25

ich hab mal gesehen, dass es bei seehunden angewendet wurde *fg*

das ist mega geil .. ich bring nem fremden hund mit clicker innerhalb von fünf minuten bei ne schranktür auf kommando aufzumachen. die lernen damit sau schnell :-)
Zuletzt geändert von Guest am 26. März 2006, 16:26, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: clickertraining

#6 Beitragvon CaughtInACrack » 26. März 2006, 16:57

bei dem pferd hats glaub ich nicht soo funktioniert..
er sollte damit lernen, auf den hänger zu gehen.

aber ertens hat er das nich so schnell verstanden (kann auch an seinem wesen liegen.. er is generell etwas langsam LoL)

und zweitens, wenn der nich will, will er nich.. der hat keine angst, der will nur nich auf den hänger xD
und irgendwann ham die besitzer es auch sein lassen glaub ich
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Re: clickertraining

#7 Beitragvon Guest » 26. März 2006, 17:03

vielleicht wurde auch falsch geclickert?! beim clickern ist das timing das entscheidende!und natürlich die verknüpfung mit was anstrebenswertem ...
Zuletzt geändert von Guest am 26. März 2006, 17:04, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: clickertraining

#8 Beitragvon CaughtInACrack » 26. März 2006, 17:12

kp .. zum großteil liegts wahrscheinlich daran, das die das irgendwann son bisl aus den augen verlorn haben..
pferd wurd krank, pferd ist immer noch krank.. alles ziemlich stressig und blöde gerade..

trotzdem, im prinzip ja ne gute methode...
und intressant, wenn man das zum ersten mal hört xD
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Re: clickertraining

#9 Beitragvon Kallle » 26. März 2006, 19:13

ich hab das mit meinem hund gemacht, bei meinen pferden hab ichs noch nicht ausprobiert, hab aber darüber gelesen und is dann viel komplizierter als mim hund... auf jeden Fall is das ne gute sache, wel der hund alles freiwillig macht und für alles gute belohnt wird und nicht für was schlechtes oder nicht gemachtes bestraft wird...

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ZUCKER ist ein weißer Stoff, der dem Kaffee einen schlechten Geschmack gibt, wenn man vergisst, ihn reinzutun...

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