Tier-Pösie

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Re: Tier-Pösie

#46 Beitragvon CaughtInACrack » 14. Juli 2009, 13:49

Brief an mein Herrchen

Am Morgen bist Du sehr früh aufgestanden und hast die Koffer gepackt.
Du nahmst meine Leine, was war ich glücklich!!
'Noch ein kleiner Spaziergang vor dem Urlaub! HURRA!!!
Wir fuhren mit dem Wagen und Du hast am Straßenrand angehalten.
Die Türe ging auf und Du hast einen Stock geworfen!
Ich lief und lief, bis ich den Stock gefunden und zwischen meinen Zähnen hatte, um ihn Dir zurückzubringen!!
Als ich zurückkam warst Du nicht da!!!
In Panik bin ich in alle Richtungen gelaufen, um Dich zu finden, aber vergebens!
Ich lief Tag für Tag, um Dich zu finden und wurde immer schwächer.
Ich hatte Angst und großen Hunger.
Ein fremder Mann kam und legte mir ein Halsband um und nahm mich mit.
Bald befand ich mich in einem Käfig und wartete dort auf Deine Rückkehr.
Aber Du bist nicht gekommen!!!
Dann wurde der Käfig geöffnet. NEIN! Du warst es nicht.

Es war der Mann der mich gefunden hat!
Er brachte mich in einen Raum, es roch nach TOD! Meine Stunde war gekommen.
Geliebtes Herrchen,
ich will, dass Du weißt, dass ich mich trotz des Leidens das Du mir angetan hast,
noch stets an Dein Bild erinnere und falls ich noch einmal auf die Erde
zurückkommen könnte, ich würde auf Dich zulaufen, denn ich hatte Dich lieb!!!
Dein Hund !!!
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"Wenn die Gegenwart wüsste,
dass sie in der Zukunft zur verfälschten Vergangenheit wird,
würde sie sich wehren?"

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Re: Tier-Pösie

#47 Beitragvon CaughtInACrack » 14. Juli 2009, 13:50

Ein Gebet

Herr, bin nur ein armer Kettenhund,
steh' nun vor dir, mein Hals ist wund
Fast eingewachsen ist der Ring,
mit dem ich an der Kette hing.
Hab' Ohrenschmerzen, bin fast blind
von Regen, Schnee und kaltem Wind,
von Rheuma steif sind meine Knochen
bin fast auf meinem Bauch gekrochen
aus Angst vor meinem strengen Herrn,
denn mich zu streicheln, lag ihm fern,
hätt' gern gegeben alle Liebe,
erhalten hab' ich oft nur Hiebe,
nur so - weil grad im Weg ich stand
und hätt´ so gern geleckt die Hand
für nur ein wenig Zärtlichkeit,
ein wenig Lob, wär' gern bereit
mein armes Leben hinzugeben
könnt' ich mein Aug' zu ihm erheben
und lesen dann in seinem Blick
ein wenig Liebe - doch dies Glück
beschieden hier war es mir nie,
war immer nur ein armes "Vieh".
und hab schon soviel Leid erfahren!
Doch steht einmal mein Herr vor Dir,
dann bitt' ich Dich, versprich es mir,
ich fleh' darum nicht ohne Grund
schick ihn zurück als Kettenhund!
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Re: Tier-Pösie

#48 Beitragvon CaughtInACrack » 14. Juli 2009, 14:33

Katzen erreichen mühelos, was uns Menschen versagt bleibt:

durchs Leben gehen, ohne Lärm zu machen

Ernest Hemingway



Heimatlose


Ich bin fast gestorben vor Schreck
In dem Haus wo ich zu Gast
War, im Versteck
Bewegt sich
Plötzlich hinter dem Brett
In einem Kasten neben dem Klosett,
Ohne Beinchen,
Stumm, fremd und nett
Ein Meerschweinchen.
Sah mich bang an,
Sah mich lang an,
Sann wohl hin und sann wohl her,
Wagte sich dann heran
und fragte mich:
"Wo ist das Meer?"


Joachim Ringelnatz



Auch das Meerschweinchen aus Peru
Zwingt man besonders gern dazu,
Zu dienen medizinischer Kunst.
Man heißt es Schweinchen, weil es grunzt.
Ich wüßt nicht viel davon, erführ ich
Nicht eben, daß es kam nach Zürich,
Als rares Wesen, bunt gefleckt.
Was ein Gelehrter, ein Belesener
Der gute alte Konrad Gesner
Der Welt zum ersten mal beschrieb:
Den Kindern ist das Tierchen lieb,
Wenn auch die große Meerscheinmode
Sich längst gelaufen hat zu Tode.
An Fähigkeiten sonst nicht groß,
Fortpflanzungsfähig grenzenlos,
Hat es durch seine Zeugungsmacht
Zum Sinken Schiffe schon gebracht!

Das Meerschweinchen lebt am liebsten trocken,
Es fürchtet sich vor feuchten Socken,
Jedoch als Beispiel nasser Schweine
erwähnen wir die Wasserschweine.
Die auch dem Namen nach nicht schweinlich,
Sie baden täglich und sind reinlich.


Eugen Roth
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Re: Tier-Pösie

#49 Beitragvon CaughtInACrack » 14. Juli 2009, 14:39

Eine kleine Geschichte aus dem Leben ...

Ein Geschäftsinhaber hatte ein Schild über seine Tür genagelt, darauf war zu lesen "Hundebabys zu verkaufen."

Dieser Satz lockte Kinder an.
Bald erschien ein kleiner Junge und fragte: "Für wie viel verkaufen sie die Babys?" Der Besitzer meinte "zwischen 30 u. 50 Dollar.
Der kleine Junge griff in seine Hosentasche und zog etwas Wechselgeld heraus. "Ich habe 2,37 Dollar, kann ich mir sie anschauen?"
Der Besitzer grinste und pfiff.
Aus der Hundehütte kam seine Hündin namens Lady, sie rannte den Gang seines Geschäfts hinunter, gefolgt von fünf kleinen Hundebabys.
Eins davon war einzeln, ersichtlich weit hinter den Anderen.
Sofort sah der Junge den humpelnden Kleinen.
Er fragte, "was fehlt diesem kleinen Hund?"
Der Mann erklärte, dass als der Kleine geboren wurde, der Tierarzt meinte, er habe ein kaputtes Gelenk und wird für den Rest seines Lebens humpeln.
Der kleine Junge, richtig aufgeregt, meinte, "den kleinen Hund möchte ich kaufen!"
Der Mann antwortete, "nein, den kleinen Hund möchtest du nicht kaufen.
Wenn Du ihn wirklich möchtest, dann schenke ich ihn Dir."
Der kleine Junge war ganz durcheinander.
Er sah direkt in die Augen des Mannes und sagte: "Ich möchte ihn nicht geschenkt haben.
Er ist ganz genauso viel wert wie die anderen Hunde und ich will für ihn den vollen Preis zahlen.
Ich gebe ihnen jetzt die 2,37 Dollar jeden Monat, bis ich ihn bezahlt habe.
Der Mann entgegnete, "du musst diesen Hund wirklich nicht bezahlen, mein Sohn.
Er wird niemals rennen, hüpfen und spielen können wie die anderen kleinen Hunde.
Der kleine Junge langte nach unten und krempelte sein Hosenbein hinauf, und zum Vorschein kam sein schlimm verkrümmtes, verkrüppeltes linkes Bein, geschient mit einer dicken Metallstange.
Er sah zu dem Mann hinauf und sagte, "Na ja, ich kann auch nicht so gut rennen und der kleine Hund braucht jemanden, der Verständnis für ihn hat.
Der Mann biss sich auf seine Unterlippe.
Tränen stiegen in seine Augen, er lächelte und sagte,

"Mein Sohn, ich hoffe und bete, dass jedes einzelne dieser kleinen Hundebabys einen Besitzer wie dich haben wird."
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Re: Tier-Pösie

#50 Beitragvon CaughtInACrack » 14. Juli 2009, 14:46

Der Panther

Sein Blick ist vom Vorrübergehn der Stäbe

so müd geworden, daß er nichts mehr hält.

Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe,

Und hinter tausend Stäben keine Welt.



Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,

Der sich im allerkleinsten Kreise dreht,

Ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,

In der betäubt ein großer Wille steht.



Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille

sich lautlos auf - dann geht ein Bild hinein,

Geht durch der Glieder angespannter Stille -

Und hört im Herzen auf zu sein.

(Rainer Maria Rilke)
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