Tier-Pösie

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Tier-Pösie

#1 Beitragvon CaughtInACrack » 26. März 2006, 16:50

Der alte Kettenhund

Ich bin allein, es ist schon Nacht und stille wird's im Haus.
Dort ist ein Feuer angefacht, dort ruht mein Herr sich aus.
Er liegt im warmen Federbett, deckt bis ans Ohr sich zu,
und ich auf meinem harten Bett bewache seine Ruh.

Die Nacht ist kalt, ich schlafe nicht, der Wind aus Ost weht kalt.
Die Kälte ins Gebein mir kriecht, ich bin ja auch schon alt.
Die Hütte, die mein Herr versprach, erlebe ich nicht mehr.
Der Regen tropft durchs morsche Dach, Stroh gibt es längst nicht mehr.

Die Nacht ist kalt, der Hunger quält, mein Winseln niemand hört,
und wüsst' mein Herr auch was mir fehlt, er wird nicht gern gestört

Die Nacht ist lang, zum zehnten Mal leck' ich die Schüssel aus,
den Knochen, den ich jügst versteckt, den grub ich längst schon aus.

Die kette, die schon oft geflickt, sie reibt den hals mir bloß.
Sie reicht nur noch ein kurzes Stück, und nie werd ich sie los.
Was Freiheit ist, das lern ich nie, doch weiß ich, ich bin treu.
So lieg' ich, warte auf den Tod, denn dieser macht mich frei.


macht ma weiter...
Zuletzt geändert von CaughtInACrack am 1. Februar 2007, 14:32, insgesamt 1-mal geändert.
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"Wenn die Gegenwart wüsste,
dass sie in der Zukunft zur verfälschten Vergangenheit wird,
würde sie sich wehren?"

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Re: Tier-Pösie

#2 Beitragvon CaughtInACrack » 26. März 2006, 16:51

Aufschrei der Tränenlosen

Hund mit abgeschnittenen Ohren,
einmal wurd' ich nur geboren,
wollte Freund, Gefährte sein,
warum lässt Du mich allein,
angebunden, blutend, kalt,
tief im dunklen Tannenwald?

Pferd mit aufgeschlitztem Leibe,
steh' verletzt ich auf der Weide,
wollte nutzen, wollte leben,
Dir und anderen Freude geben.
So verlorst Du Dein Gesicht,
Dein Gewissen sei Gericht
für all' meine Not und Pein.
Partner Mensch? Ich sage: N E I N !

Geschundenes Rind auf Viehtransport,
stehend bis zum fernsten Ort,
Leib an Leib, erschöpft, kein Heu,
gebrochene Beine, keine Streu,
nirgends eine Tier-Raststätte,
wenn ich doch nur Wasser hätte!
Wie kannst so unbeseelt Du sein,
Partner Mensch? Ich sage: N E I N !

Und wir, geplagtes Federvieh,
in der Legebatterie,
nirgends Gras und Sonnenschein
und kein Platz fürs zweite Bein.
Auch wir Tiere im Labor
stimmen ein in diesen Chor.
Wie unbarmherzig kannst Du sein.
Partner Mensch? Ich sage: N E I N!

Ein Beutel Miezekatzen
zwischen Hausmüll und Matratzen,
halb erstickt und tief verborgen
wollte man uns so entsorgen?
Sind denn alle inhuman,
nimmt sich keiner unsrer an?
Hört uns niemand ängstlich schrein?
Partner Mensch? Ich sage: N E I N !

Eng ist es in dem Riesenraum,
stehen, gehen kann ich kaum,
bin noch klein und viel zu dick:
Ferkel in der Mastfabrik.
Zwar leb' ich ohnehin nicht lange,
jedoch ist mir ganz furchtbar bange
vor Viren und Elektrozange.
Millionen kleiner Ferkel schrein:
Partner Mensch? Ich sage: N E I N !

Versetze Dich in unsere Lage,
diese Schmerzen, diese Plage,
alles für Gewinn und Geld.
Gilt dieses nur auf unsrer Welt?

Ob bei einem Tausch der Rollen
wir Euch wirklich retten sollen?
Mensch, lass diesen Rat Dir geben:
Übe Ehrfurcht vor dem Leben!
Du bist verloren, wenn wir schrein:
N E I N, N E I N, N E I N!

© Käte Fritzsche, Rostock 31.Januar 1998.
Wir bedanken uns recht herzlich für die Genehmigung zur Veröffentlichung dieses Gedichtes bei Frau Fritzsche welche mit sehr viel Tierliebe und Arrangement
im Tierschutz tätig ist.
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Re: Tier-Pösie

#3 Beitragvon CaughtInACrack » 26. März 2006, 16:52

OH PFERD

Stolz flog einst deine Mähne mit dem Sturm der Gezeiten,
wild flogen deine Hufe über die Prärie, sie berührten kaum den Boden!
So voller Kraft und Lebenslust flogst du dahin!

Der Mensch zwang dich in ein Joch, zwang dich unter seine Peitsche,
ohne deine Seelenqualen zu verspüren,
da er seine seele längst nicht mehr verspürte!
Und er lässt sich das Grauen schmecken dieser >>Mensch>>

Durch seinen Verrat erkauft
als er eure malträtierten seelen dem Schlächter übergab!
Jedoch ohne den preis zu erkennen,
der wesentlich höher liegt
und den er früher oder später zu entrichten hat.


Der Preis
GERAUBTER FREIHEIT

Der Preis
GESCHÄNDETER WÜRDE

Der Preis
SO VIELER LEBEN!!!
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Re: Tier-Pösie

#4 Beitragvon CaughtInACrack » 26. März 2006, 16:52

Tödliches Vertrauen

Endlose Stille bei dunkler Nacht,
die Stute über ihre Herde wacht.
Glasklare augen schauen ruhig in die Weite,
beruhigende Wärme des Menschen an ihrer Seite.
Zuerst beunruhigten sie die Schritte im Gras,
Anspannung in allen Muskeln,
die sie am Körper besaß.
Warnendes Schnauben für ihre Herde,
furchtsames Wiehern der ihr anvertrauten Pferde.
Als Wächter blieb sie bis zum Schluss stehen
und sah die Mähnen,
der angstvoll galoppierenden Pferde wehen.
Sie hätte die Gefahr früh genug erkannt
und wäre bei einem Wolf wohl auch weggerannt.
Doch die Silhoutte eines Menschen im Licht,
fiel bei ihrer Entscheidung ins Gewicht.
Gebannt auf einem Fleck zu verharren
und neugierig auf den Menschen zu starren.
Freundlich wiehernd begrüßt sie den Unbekannten,
sich nicht bewusst, dass die anderen Pferde um ihr Leben rannten.
Stöbernd gierig nach einem Apfel in den Taschen,
lässt sich hoffnungsvoll von ihm überraschen.
Leuchten der Klinge im Mondlicht,
hier spricht die Gewalt kein Gericht.
Schmerzverzehrte ungläubige Augen,
Instinkte die zu nichts mehr taugen.
Zustechen der Klinge immerwieder,
Zusammenbrechen der alten Glieder.
Den Kopf hebt sie mit letzter Kraft,
aus tiefen Wunden strömt der Lebenssaft.
Instinkte der Natur waren erwacht,
nicht das Raubtier Mensch bedacht.
Letztes Schnauben als warnung für ihre Herde,
im Mondlicht wild galoppierende Pferde.
Die Sonne geht strahlend auf am nächsten Tag.
Stumm steht die Herde bei ihren Artgenossen,
ein Pferd hat noch nie eine Träne vergossen.
Zitternd leidend in endloser Qual.
Das Pferd hatte hier keine andere Wahl.
Vertrauen und bedingungslose Treue,
der Täter Mensch kennt keine Reue.
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Re: Tier-Pösie

#5 Beitragvon CaughtInACrack » 25. September 2006, 00:50

Gedanken eines "Kampfhundes"

An euch Menschen:
Ich kann leider nichts sagen,
bin nur ein Hund
und werd geprügelt seit Tagen.
Wenn ich nur schreiben könnte,
schrieb ich euch ein Gedicht
und hätte Tränen im Gesicht.

Man sagt, ich wäre ein Kampfhund,
und dass ich gefährlich bin.
Öffnet Eure Augen,
und schaut genauer hin!

Bin ich nicht nur ein Werkzeug,
von Menschen scharf gemacht,
von diesen skrupellosen,
die nicht nachgedacht?

Jetzt bin ich scharf und beiße auch,
doch so einen Hund wohl keiner braucht.
Man sagt, dass ich jetzt sterben muss,
mit dem Wahnsinn sei jetzt Schluss.
Doch wenn ich jetzt auch sterben muss,
durch Todesspritze oder Schuss,
geb ich euch Menschen einen Rat,
ich bin ein Hund, ein Kamerad.

Lasst meinen Tod nicht sinnlos sein.
Und lasst die Hunde Hunde sein.
Das schrieb ein Hund, der Kampfhund ist,
der weiss,
dass manch ein Mensch nicht besser ist
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Re: Tier-Pösie

#6 Beitragvon CaughtInACrack » 25. September 2006, 00:51

Liebes verfluchtes Gitter..

Wohl tausendmal schon habe ich die eisernen Stäbe
mit meinen Pfoten niederreißen wollen,
und auch meine Zähne habe ich daran probiert.
Aber härter als der härteste Knochen,
glatter als der glätteste Stein gibst Du nicht nach,
Du verfluchtes Gitter.

Ich höre Stimmen - hohe, tiefe,
ich rieche Deinen seufzenden Atem,
ich suche Deine Augen, Du Aufrechtgehender,
um Dir zu sagen- bitte, ich bitte Dich,
ich bettele Dich an!
Nein, ich will keinen Knochen,
kein Stück Barmherzigkeitswurst,
ich habe keinen Hunger.

Ich habe SEHNSUCHT -
nach Luft, Wiese, einer Decke in einer warmen Ecke,
nach einer Hand, in die ich meine Schnauze stecken kann.

Nimm mich mit!!
Ich bitte Dich, gib mir ein Stückchen Glück
von dem zurück, das ich verloren habe.
Ich weiß nur nicht, warum ich es verloren habe.
Ich begreife es nicht mit meinem kleinen Hundehirn.
Ich begreife es einfach nicht!!!

Von Tag zu Tag wird mein Blick müder.
Die Kreise meiner Gedanken werden kleiner,
so klein, dass sie jetzt schon recht gut in meine Zelle passen.
Ich laufe im Kreis und denke im Kreis.
Das Gitter ist mir schon vertraut, beinahe habe ich es lieb.

Ja, ich liebe Dich, Du verfluchtes Gitter,
weil ich wenigstens meine Hoffnungen
durch Dich durchblicken kann.
Ich liebe Dich, Du verfluchtes Gitter,
weil ab und zu ein menschlicher Arm zu mir reinreicht
und manchmal sich ein Blick zu mir hereinverirrt der mir sagt:
" Warte nur ab. Es kommt auch für dich einmal ein schöner Tag! Bestimmt, bestimmt!!"

Um Mitternacht, wenn anderswo Geisterstunde ist,
dann reden wir "Häftlinge" miteinander,
von Zelle zu Zelle, von Gitter zu Gitter.
Wir erzählen uns, warum wir ausgestoßen worden sind,
vor die Tür gesetzt, vertrieben, vergessen,
wir armen Hunde im Massenstall.

Das ist die Stunde, in der ich Dir direkt dankbar bin,
Du liebes verfluchtes Gitter.
Dann liebe ich Dich wirklich, ehrlich, aufrichtig;
denn dann bist Du nicht das Ende meiner Welt,
sondern schützt mich vor der Welt der Menschen...
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Re: Tier-Pösie

#7 Beitragvon Knox » 25. September 2006, 01:35

die sind aber schön
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Allah hat nichts gegen Damenfrisuren
Man muss hier als muslimische Frau kein Kopftuch tragen.

EsLebt
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Re: Tier-Pösie

#8 Beitragvon EsLebt » 25. September 2006, 01:43

Kann da nur ma "dog story" von antidote in den Raum werfen!
Somethings gonna happen I can feel it in the air
My master's going for a walk and I'm gonna be there
It's too late for the beach so we'll definately walk the park
I'm really looking forward so I jump around and bark

One block before the park I raise my ears I hear some noise
We're not going for a walk he's gonna meet the boys
They're gonna do their drinks and drugs and that's nothing for me
Another wasted night and I can't sniff around the trees

I've got to face a heavy night
Find my way in the crowd
No way I can lie down and rest
The music's way too loud
There's broken bottles everywhere they cut and make me bleed
I wish they'd have dog aspirin cos that's just what I need

My master's had a good time he's got a funny talk
We try to find the way out but he can hardly walk
I guide him through the city now thats alright for me
But when we're home he falls asleep and I still got to pee

Oh no not the punks again
Always with their amps on 10
Don't they know I hear 7 times more
I wish they had left me at home


anhören:
http://www.xs4all.nl/~smeels/demo/Antidote_-_Dogstory.mp3
In einer Zeit des Universalbetruges ist die Wahrheit zu sagen eine revolutionäre Tat. (George Orwell)

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Re: Tier-Pösie

#9 Beitragvon CaughtInACrack » 26. September 2006, 21:18

den songtext find ich gut.. und so oft so treffend


Dort

Dort, wo die Luft ist rein
Dort, wo jedes Tier kann glücklich sein
Dort, wo noch nie ein Krieg gewesen ist
Dort, wo immer Frieden ist
Dort, wo keiner Tiere quält
Dort, wo Liebe und Vertrauen zählt
Dort, das ist ein Ort, wo noch nie ein
Mensch gewesen ist

(Marianne Zmija)
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Re: Tier-Pösie

#10 Beitragvon CaughtInACrack » 28. September 2006, 00:30

SHU - die Ratte

Ich bin nur ein kleines Wesen in der Welt vieler Großen.
Gutes hat man über mich selten gelesen, mich immer wieder verstoßen.

In Ihrer Unwissenheit haben die Menschen mich angelockt durch Abfall
- achtlos weggeschmissen in die Natur
für uns das große Fressen pur und hassen uns nun hierfür.

Aber alles hat mal ein gutes Ende:
Viele Menschen öffnen uns ihre Hände.
Und seht nur, was halten sie dort! Ein Rättchen -zart und behende.

Sie kosen und lieben es immerfort. So hat dieser Haß einen Sinn bekommen,
hat vielen Menschen den Ekel genommen.
Wir sind nicht viel anders wie Hund oder Katzen

nur nennt man uns eben Ratzen.

(China unbek.)
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Re: Tier-Pösie

#11 Beitragvon CaughtInACrack » 28. September 2006, 00:33

Wenn es soweit ist

Bin ich dereinst gebrechlich und schwach
und quälende Pein hält ständig mich wach
- was Du dann tun mußt - tu es allein.
Die letzte Schlacht wird verloren sein.

Daß du sehr traurig, verstehe ich wohl.
Deine Hand vor Kummer nicht zögern soll.
An diesem Tag - mehr als jemals geschehn -
muß Deine Freundschaft das Schwerste bestehn.

Wir lebten zusammen in Jahren voll Glück.
Furcht vor dem Muß? Es gibt kein Zurück.
Du möchtest doch nicht, daß ich leide dabei.
Drum gib, wenn die Zeit kommt, bitte mich frei.

Begleite mich dahin, wohin ich gehn muß.
Nur - bitte bleibe bei mir bis zum Schluß.
Und halte mich fest und red mir gut zu,
bis meine Augen kommen zur Ruh.

Mit der Zeit - ich bin sicher - wirst Du es wissen,
es war Deine Liebe, die Du mir erwiesen.
Vertrauendes Schnüffeln ein letztes Mal -
Du hast mich befreit von Schmerzen und Qual.

Und gräme Dich nicht, wenn Du es einst bist,
der Herr dieser schweren Entscheidung ist.
Wir waren beide so innig vereint.
Es darf nicht sein, daß Dein Herz um mich weint.
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Re: Tier-Pösie

#12 Beitragvon CaughtInACrack » 28. September 2006, 00:35

Ratten im Versuchslabor

Um des Forschers Ruhm zu mehren,
und der Wissenschaft zu Ehren,
sterbt ihr einen schlimmen Tod,
Eure Schreie in der Not
erreichen keines Menschen Ohr,
Ratten im Versuchslabor.

Geburt und Tod,
so kurze Spannen,
Leben nur in Plastikwannen,
kleine Nasen schauen hervor,
Ratten im Versuchslabor.

Festgeschnallt auf kalten Tischen,
keine Chance zu entwischen,
bringt Euch des Menschen Hand den Tod,
in euren Augen Angst und Not,
steht so vielen noch bevor,
Ratten im Versuchslabor.

Lacke, Farben, giftige Stoffe,
weil der Mensch auf Fortschritt hoffe,
verbrannt, zerstückelt und geschunden,
Elektroden im Gehirn gefunden,
Der Nobelpreis steht bevor,
Ratten im Versuchslabor.

Todgeschunden, weggeschafft,
alles im Dienst der Wissenschaft.
Folterqualen mannigfaltig,
Forscher phantasiegewaltig,
Im Erfinden von Todesarten,
jedes Mitleid er verlor,
Ratten im Versuchslabor.

Und wir alle, wir bezahlen,
Euer Leid und Eure Qualen,
muß der Mensch in seinem Leben
stets nach Neuerungen streben?
Geplagte Tiere schreien im Chor,
Ratten im Versuchslabor.

Stets will ich nur dafür Leben,
Euch die Freiheit wieder geben,
alles setz` ich dafür ein,
Ihr sollt einmal glücklich sein,
ein langer Kampf wird es zuvor,
für Ratten im Versuchslabor!

Für all die Vergessenen in deren Schuld wir stehen!

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Re: Tier-Pösie

#13 Beitragvon CaughtInACrack » 28. September 2006, 00:37

Gebet einer Ratte

O Herr, sie sagen, ich sei ein Ekeltier
Aber Du hast auch mich geschaffen.
Wer gibt ihnen das Recht,
Mich millionenfach zu quälen, aufzuspießen,
Mit Gift vollzupumpen,
Bis ich wahnsinnig vor Schmerzen
Die eigenen Brüder zerfleische?

Immer haben sie uns verfolgt,
In ihren Fallen gefangen,
Mit ihrem Gift grausam getötet.
Nun aber sitzen wir fest in ihren Käfigen.
Können nicht mehr wegrennen.
Sie üben an uns ihre Operartionstechniken.
Tausendfach.
Millionenfach.
Ohne Erbarmen.

Wir sind die Geringsten unter Deinen Geschöpfen.
Wir zählen kaum im Chor der gemarterten Tiere.
Aber auch wir fühlen
Den Schmerz und die Verlassenheit.
Erlöse uns Herr aus diesem Leid.
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Re: Tier-Pösie

#14 Beitragvon CaughtInACrack » 28. September 2006, 00:43

Der Punk

In Kreuzberg, Berlins wilder Meile,

da schlendert er, hat keine Eile.

Das Haar gestylt zum Hahnenkamm,

das Hemd aus Blech, die Jeans voll Schlamm.

Und seine Haut ist ungeniert

mit Bilderrätseln tätowiert.

Verächtlich blickt er geradeaus:

"Normalos" -denkt er und spuckt aus.

Und an den Stiefeln trägt er Sporen-

ein Bürgerschreck- doch hier geboren.

Ich schaue aus den Augenwinkeln-

seh ihn jetzt an `ner Hauswand pinkeln.

Doch was ist das, ich steh erstarrt,

als hätt ein Trugbild mich genarrt.

Der Kerl hält doch, fast glaub ich`s nicht-

sich eine Ratte ans Gesicht.

Die schaut mit Augen, schwarz und rund-

ihm ins Gesicht, das kunterbunt,

blau- weiß und rot geschminkt sich zeigt,

worauf sie auf die Schulter steigt.

Sie beisselt zart an seinem Ohr

und sieht nur ihn, so kommt`s mir vor.

Jetzt überwind ich meine Scheu

und sprech ihn an, bleib mir doch treu,

sag "werter Herr- verzeihen Sie"-

ein schön`res Tier sah ich noch nie.

Verachtung steht ihm im Gesicht

"Du Blödmann, weißt Du wirklich nicht-

dass Ratten, weil sie klug und schön,

sich mit uns Menschen gut verstehen?"

Ich bin verwirrt, auch leicht gekränkt,

das "Blödmann" denk ich, ist geschenkt.

Jedoch die Worte "klug und schön",

die kann ich wirklich gut verstehen.

Ich seh`s genauso, schon seit Jahren,

hab Rattenliebe selbst erfahren.

So staun ich und mir wird jetzt klar-

dass unter grün gefärbten Haar-

Gedanken sind, die ich versteh`-

wo ich sonst nur das Äußere seh.



Dieter Martin

"AG Tierschutz VdRD e.V."
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Re: Tier-Pösie

#15 Beitragvon CaughtInACrack » 28. September 2006, 00:45

Anklage

Oh Mensch,

wie wünsch ich mir bei Dir zu sein,

bei Dir, in Deinem warmen Heim,

doch einsam werde ich hier draußen erfrieren,

langsam meine Hoffnung verlieren.

Du bist fort und hast mich hiergelassen,

ich kann es bis jetzt nicht fassen.

Einst geliebt-

jetzt weggeworfen,

sag was habe ich verbrochen?

Ich bin nicht mehr flink wie früher,

meine Augen werden trüber,

öfter wollt ich Ruhe haben-

konntest Du das nicht ertragen?

Ich hab Dir hinterhergesehen,

mich bemüht Dich zu verstehen,

traurig hab ich nachgedacht,

was haben wir gespielt und gelacht!

Oh mein Mensch,

es tut so weh,

erfrieren werd ich hier im Schnee,

mein Fell- einst schwar wie Ebenholz

bedeckt nun schon der weiße Stolz.

Sterbend mein Blick zum Himmel fällt-

adè du schöne, schöne Welt!
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