Schanzenfest am 4.9. soll verboten werden

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Knox
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Schanzenfest am 4.9. soll verboten werden

#1 Beitragvon Knox » 2. Juli 2010, 11:39

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Das gesamte Gebiet soll als Gefahrenbreich gelten. Das heißt, dass die Polizei auch ohne Verdacht jeden kontrollieren kann. http://www.abendblatt.de/hamburg/articl ... erden.html
Ob dies allerdings so eintritt ist fraglich. Der Bezirk will wegen drohender Krawalle Bühnen, Flohmarkt- und Imbissstände abbauen lassen. Polizei könnte das Gebiet zur Gefahrenzone erklären.

Der Bezirk Altona wird das Schanzenfest am 4. September verbieten und schon im Vorwege den Aufbau von Ständen, Bühnen und Aktionsplattformen verhindern. „Wir werden mit den Ordnungsbehörden dagegen vorgehen“ sagt Bezirkssprecherin Kerstin Godenschwege. Damit stellt sich der Bezirk zum ersten Mal massiv gegen das regelmäßig von Krawallen und Gewaltexzessen begleitete Fest.

„Die Erfahrungen des letzten Jahres haben gezeigt, dass es in der Folge des Stadtteilfestes regelmäßig zu Ausschreitungen im Stadtteil gekommen ist. Wir werden kein weiteres Schanzenfest ohne Veranstalter dulden. Das Bezirksamt hat zweimal versucht, einen friedlichen Weg zu finden, allerdings ohne Erfolg“, sagt der stellvertretende Bezirksamtsleiter Kersten Albers. Ein Signal aus dem Stadtteil, dass auch von dort aus für einen friedlichen Verlauf der Abend- und Nachtstunden aktiv gesorgt wird, habe das Amt bislang leider nicht erhalten. Albers: „In diesem Jahr wird es keine Ausnahmen geben – sofern sich keine Anmelder finden, wird das Bezirksamt das Wegegesetz vollziehen. Dies gilt auch für Flohmarktstände und Bühnen. Hinweise und Empfehlungen aus dem Senats- und Fachbehördenbereich werden wir selbstverständlich loyal umsetzen. “ Letzteres heißt: Eine Duldung des illegalen Festes wie in den vergangenen Jahren werde es nur geben, wenn der Senat die Verantwortung dafür ausdrücklich übernimmt.

Im Quartier kursieren schon Flugblätter, die ein „Straßenfest in Schanzenviertel“ für Sonnabend, den 4. September, ankündigen und eine anarchistische Grundlage fordern, „ohne Polizei, Standgebühren und Behörden“. Besondere Brisanz erhält die geplante illegale Aktion durch einen möglichen Verkauf der Roten Flora. Die Stadt verhandelt zurzeit mit dem Flora-Eigner Klausmartin Kretschmer über den Kauf des Zentrums der autonomen Szene. Daher soll das kommende Schanzenfest laut Plakat auch als Ankündigung des Widerstandes dienen, „die Rote Flora mit allen Mitteln zu verteidigen“.

Bisher gab es vom Bezirk eine sogenannte „qualifizierte Duldung“. Das heißt: Bezirksmitarbeiter überprüften – ohne ein Verfahren einzuleiten – die illegalen Stände und Bühnen. „Das ist vorbei“, sagt Bezirkssprecherin Kerstin Godenschwege. Wenn es wie bei den bisherigen Festen keinen Anmelder für das Fest gibt, werde es auch kein Fest geben. Allerdings erwartet in Altona keiner, dass sich diesmal ein Verantwortlicher findet. „Wir haben auch schon aktiv nach einem Anmelder gesucht, aber erfolglos“, sagt Kerstin Godenschwege. Der Bezirk will daher die illegalen Stände abräumen lassen. „Wir leiten dann Ordnungswidrigkeitsverfahren ein.“ Sollte doch jemand das Schanzenfest anmelden, würde es auch genehmigt werden können.
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Re: Schanzenfest am 4.9. soll verboten werden

#2 Beitragvon Rotzilein » 16. August 2010, 10:54

Oje. was macht man dann??

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Knox
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Re: Schanzenfest am 4.9. soll verboten werden

#3 Beitragvon Knox » 16. August 2010, 13:27

trotzdem feiern :eek: 8-) :-)
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Re: Schanzenfest am 4.9. soll verboten werden

#4 Beitragvon Spike » 17. August 2010, 09:15

Das Fest auf die ganze Stadt ausweiten :cool:

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Knox
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Re: Schanzenfest am 4.9. soll verboten werden

#5 Beitragvon Knox » 18. August 2010, 15:55

HH: Die Schanze feiert

Immer mehr Initiativen haben in den letzten Wochen ihre Beteiligung am Schanzenviertelfest am 4. September angekündigt. Allein vom Netzwerk Recht auf Stadt haben in der Erklärung »Wir kommen alle!« 24 Initiativen ihre Teilnahme und Solidarität erklärt. Das Fest wird wie in den Jahren zuvor ohne eine förmliche Anmeldung stattfinden.
Tagsüber werden zahlreiche Gruppen Infostände aufbauen, es gibt einen Flohmarkt, Soundsysteme und Livemusik und ein Kinderfest auf dem BaSchu. Wie in den letzten Jahren werden sich beteiligte Initiativen um die Standsicherheit der Bühne und die Freihaltung von Rettungswegen kümmern. Die Straßen im Schanzenviertel werden für den Verkehr gesperrt, um dies zu gewährleisten. Alle Teilnehmer_innen werden aufgefordert, zur Umsetzung des Straßenfestes beizutragen.

Die Verbotsinitiative von Bezirksamtsleiter Warmke-Rose ist damit gescheitert. Sie hat in den letzten Wochen keine politische Perspektive geboten außer einer Eskalation der Situation. „Die Haltung des Bezirksamtes Altona ist das i-Tüpfelchen auf einer eindrucksvollen Bilanz des Scheiterns bezirklicher Stadtentwicklungspolitik“, so Anwohnerinnen und Anwohner, die am Fest beteiligt sind.

Ein Blick auf zweieinhalb Jahre Zugehörigkeit des Viertels zum Bezirk Altona ergibt ein erschreckendes Bild. Die Konflikte um den Stadtteil haben massiv zugenommen. Die Schließung zahlreicher kleiner Läden durch die Steigerung der Mieten, eine politisch geförderte Monokultur kommerzieller Gastronomie und damit einhergehend die Ausbreitung der Außengastronomie haben zu einer Ballermannisierung des Stadtteils geführt. Begleitet wurde diese Entwicklung durch zunehmende Polizeipräsenz, gewaltsame Übergriffe und eine in der heimlichen Praxis illegale Kameraüberwachung. Anwohner_innenproteste bei Bezirksversammlungen, tumultartige Szenen bei runden Tischen und politische Sprachlosigkeit zu der selbst verursachten Verschlechterung der Lebensverhältnisse im Stadtteil zeichnen einen roten Faden des Misserfolges der bezirklichen Politik.

Jubelte vor der Übernahme des Stadtteils die Lokalpresse noch: „In der Schanze wird nicht mehr demonstriert, sondern gefeiert“ (Mopo), wird heute vor einer politischen Stimmung im Stadtteil gewarnt, die zu einem Flächenbrand werden könne (Abendblatt). Von der Polizei wurde Anfang des Jahres gar eine Sonderkommission „Autonome im Schanzenviertel“ ins Leben gerufen. Die Bewegung gegen die Stadtentwicklung hat indes ein viel breiteres Millieu in Aufruhr gebracht: Anwohner_innen, die nicht in einer Großraumdisko leben wollen oder kleine Läden, die sich die Mieten nicht mehr leisten können, zählen zum Spektrum, aus dem neue Protestbewegungen im Stadtteil entstanden sind. Nicht zuletzt auch Jugendliche aus allen gesellschaftlichen Schichten, die ihren Unmut über ihr konzeptionelles Fehlen in der Stadtentwicklungspolitik auf die Tagesordnung setzen. Letzteres wird in der allgemeinen Diskussion dann als reines Gewaltphänomen abgetan. Ein Ansatz, der in seinem Versuch, die Augen vor gesellschaftlichen Veränderungen und Widersprüchen zu verschließen, der Diskussion um Halbstarke in den fünfziger Jahren folgt. Wo es Ausgrenzung, die Erfahrung von Gewalt und die empfundene Enge eines vorbestimmten Lebens gibt, wird es auch immer auch Ausbrüche aus diesen Zwängen geben. Wer Jugendliche versucht, mittels immer größerer Polizeiaufgebote zu disziplinieren, kann mit dieser Strategie nur gegen die Wand fahren.

Die Entwicklungen in der Nacht nach dem Schanzenfest belegen dies eindrucksvoll. Einsatzleiter, Innensenatoren und neuerdings Bezirksamtsleiter gerieren sich wie römische Feldherren im Feldzug gegen Barbarenhorden. Seit Jahren nehmen die Polizeiaufgebote zu. In der Folge haben auch nächtliche Auseinandersetzungen mit der Polizei zugenommen. Wie sich ein solches Vorgehen weiterentwickelt, ist offensichtlich. Bezeichnenderweise für die politische Stimmung zeigte sich nach einer Anti-Repressionsdemo im Juli, dass randalierende Polizeibeamte beim Einsatz im Schanzenviertel anscheinend tolerierbar sind, nach Feierabend in Luxushotels hingegen ein Skandal. Auch zu diesem Schanzenfest sollen vermutlich wieder zahlreiche Hundertschaften aufgeboten werden. Übergriffe der Polizei sind dabei ebenso wenig hinnehmbar wie kollektive Bestrafungen und schwere Verletzungen durch Wasserwerfereinsätze. Senat und Innenbehörde sind daher aufgefordert, ihre eskalative Strategie zu beenden, am Abend große Polizeiaufgebote mit schwerem Gerät um das Fest oder auf dem nahe liegenden Heiligengeistfeld aufzufahren.

Senat und Bezirk reagieren hier auf die Entwicklung von Protest gleichermaßen durch zunehmende Repression und den Versuch einer Isolierung von Bewegungen und gesellschaftlichen Gruppen. Existentielle Bedürfnisse werden dabei zunehmend als Partikularinteressen abgetan und als Symptom fehlenden Gemeinsinns deklariert. Politische Antworten werden weder gesucht, noch gefunden, noch zugelassen. Ursache und Wirkung werden auf den Kopf gestellt, politische Verantwortlichkeiten geleugnet und Kritik ausgeblendet. Statt zu sehen, dass durch eine über Leichen gehende Standortpolitik der Kommunen zahlreiche Probleme erst geschaffen werden, wird unbeirrt an der ökonomischen Verwertung der Stadt weitergearbeitet.

So am Beispiel des Grünstreifens in der Eifflerstraße: War aufgrund erster Verkaufsgerüchte der unter anderem betroffene Platz des Gartenkunstnetzes zum letzten Schanzenfest vor einem Jahr besetzt worden, verdichten sich im Vorfeld des diesjährigen Fests die Pläne zur Nutzung des Geländes. Eine „Kreativimmobile“ „mit Gründerinnen-Etage“ soll entstehen, deren „Zielgruppe die kreativen Dienstleister mit Wohnsitz im Quartier und damit direktem Bezug zur Schanze“ sind. Allein die demonstrativ vor sich hergetragene Schanzigkeit erzeugt bereits einen starken Brechreiz. Die neue Zentrale zur Selbstausbeutung, die auf einer der letzten unkommerziellen Flächen im Viertel hingeklotzt wird, um Arbeitslosengeld für prekarisierte Dienstleister_innen zu sparen, ist bereits das 6. (sechste!) Projekt der Steg dieser Art allein im Bereich Schanze/Karo/St.Pauli. Als Krönung wird mit einer Geste von Vereinnahmung der Subkultur zu Werbezwecken und überheblicher Almosenzuteilung angekündigt: „Die auf dem Gelände ansässige Künstlerkolonie soll in das Konzept eingebunden werden.“

Das Schanzenfest wendet sich gegen kommerzielle Großveranstaltungen und eine Marke Hamburg, die sich diesen Stadtteil als bunten Tupfer in die Imagebroschüren nageln will. Es setzt auf Selbstorganisierung von Anwohnerinnen und Anwohnern, statt auf stadtentwicklungspolitische Vorgaben, die in bezahlten Expertenrunden und den Hinterzimmern zwischen Senat und Bezirk ausgeheckt werden und nichts mit der Realität der Menschen hier zu tun haben. Armut, Krankheit, Alter oder Hautfarbe werden zunehmend zu Kriterien des Ausschlusses. Die Diskussion um die „Unwirtlichkeit der Städte“ konstruiert sog. Randgruppen zu einem Problemfall, vor dem eine „Mitte der Gesellschaft“ geschützt werden müsse. Wir sehen Stadt nicht als einen Ort an, der vor seinen Bewohner_innen geschützt werden sollte, um eine funktionale Architektur für reibungslosen Konsum zu schaffen, sondern als einen Ort, der von deren Bewohner_innen selbst gestaltet werden sollte.

Die gesamte Absurdität des bezirklichen Handelns kommt im Bau eines Kletter-Drachens im Park hinter der Roten Flora zum Ausdruck. 20 000 Euro wurden für diese Skulptur ausgegeben, um Jugendliche zu vertreiben, die abends im Park sitzen. Wir haben nichts gegen Drachen! Die Rote Flora erweckte einen der feuerspeienden Art lange Zeit auf einer Fahne bei Demonstrationen zum Leben. Der „gefesselte Drache“ im Park hingegen soll vor allem verhindern, dass Jugendliche in diesem Lagerfeuer entzünden. Während der Stadtteil bewusst zu einer Ausgeh- und zur Konsummeile ausgebaut wird, Lärmentwicklung, Verkehr und Stress auf den Straßen zunehmen, wird der einzige Bereich, in dem man sich noch hinsetzen kann, ohne zu bezahlen, zum Problem erklärt.

„Mit dieser kleinen „Kletteranlage“ wird das Angebot für Kinder und Jugendliche erweitert und der Fehlnutzung entgegen gewirkt“ wird in altona.info erklärt, denn „die Freifläche wird als ungenehmigte Partyfläche regelmäßig von den unterschiedlichsten Gruppen genutzt“. Soziale Projekte und unkommerzielle Räume in der Schanze wurden in den letzten Jahren im großen Maßstab angegriffen, eingespart oder geschlossen. In dieser Gemengelage von Aufwertung, Gentrifizierung und fehlenden Perspektiven baut man einen Kletterdrachen für die Kleinen, um ältere Jugendliche zu vertreiben und hofft, die Probleme mit genervten Anwohner_innen seien damit irgendwie zum Positiven gelöst. Das Gegenteil ist der Fall. Der Konsum- und Gewerbebereich wird weiter ausgebaut, während die Möglichkeiten unkommerzieller Nutzungen weiter beschränkt werden.

Die Suche nach einem Anmelder zum Schanzenfest folgt der gleichen Logik. Doch der Drache ist noch lange nicht gezähmt. Weder wird sich das Schanzenfest vor den Karren dieser Entwicklung spannen lassen, noch werden Jugendliche den Park nicht mehr aufsuchen. Der Versuch, das Fest zu verbieten, ist ebenso hilflos wie der Drache im Park, der längst ein integrierter Bestandteil der Lagerfeuerkultur um ihn herum geworden ist.

Der politische Charakter des Festes soll in diesem Jahr wahrnehmbarer sein als in den letzten Jahren. Politische Gruppen, die sich gegen Rassismus, Sexismus, Homophobie, Antisemitismus, steigende Mieten, Castortransporte und Atomtechnologie, oder die kapitalistische Verschlechterung der Lebensverhältnisse engagieren, sind eingeladen, am Fest teilzunehmen.

Schwerpunkte des Festes am 4. September sind die Proteste gegen die Innenministerkonferenz im November, die Solidarität mit dem bedrohten Zentrum Rote Flora und die politischen Bewegungen und Auseinandersetzungen um Recht auf Stadt.
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Re: Schanzenfest am 4.9. soll verboten werden

#6 Beitragvon Knox » 18. August 2010, 15:57

Recht auf Stadt Erklärung

Am 4. September findet das Straßenfest im Schanzenviertel unter dem Tenor “Für die Aneignung des öffentlichen Raumes! Gegen Repression und Vertreibungspolitik!” statt. In einer Einladung von Anwohnerinnen und Anwohnern heißt es in Richtung Netzwerk Recht auf Stadt: “Wir laden deshalb alle Initiativen und Projekte ein, das Fest als Bühne der Selbstinszenierung zu nutzen.” Dieser Einladung kommen wir gerne nach.

Zum einen wollen wir gemeinsam die Erfolge des vergangenen Jahres feiern: Das Gängeviertel ist seit einem Jahr besetzt, das Centro Sociale für mindestens fünf Jahre gesichert, die Moorburgtrasse zunächst gestoppt, soziale Erhaltungsverordnungen sind auf dem Weg, No BNQ setzt sich erfolgreich gegen die Verdrängung der BewohnerInnen des Bernhard-Nocht-Quartiers zur Wehr...

Zum anderen wollen wir zum Ausdruck bringen, dass wir noch lange nicht am Ende unseres gemeinsamen Weges angelangt sind: Wir wollen ein anderes Hamburg.

Nach wie vor haben wir in Hamburg die Situation, dass in einer Stadt mit sehr großem privaten Reichtum ein Großteil der Menschen von einem guten Leben ausgeschlossen ist. Hohe Mieten, niedrige Löhne und bröckelnde soziale Sicherungssysteme erschweren das Leben. Aufgrund der hohen und stetig steigenden Mietpreise wird es immer schwieriger, überhaupt noch eine bezahlbare Wohnung zu finden. Und wenn, dann liegt diese am Stadtrand. Aus diesem Grund wächst der Unmut. In vielen Stadtteilen gründen sich Arbeitsgruppen des Netzwerks, die sich ausschließlich mit der Mietenfrage beschäftigen. Seit Mai tauchen AktivistInnen bei Wohnungsbesichtigungen auf und funktionieren diese in “Fette-Mieten-Partys” um, um die viel zu hohen Mietpreise zu skandalisieren. Das Schanzenviertel ist von steigenden Mieten besonders betroffen, während hier gleichzeitig Wohnungen leerstehen. Deshalb wollen wir auf dem Schanzenfest deutlich machen: Zum Recht auf Stadt gehört auch ein Recht auf Wohnraum.

Neben der Wohnungsfrage ist auch die Existenz nichtkommerzieller Räume von großer Bedeutung. Momentan ist die Rote Flora im Schanzenviertel wieder von der Räumung bedroht. Gleichzeitig will der Bezirk die Parkbuchten in der Susannenstraße der ansässigen Gastronomie zur Nutzung überlassen. Die Kommerzialisierung öffentlichen Raumes widerspricht unserer Vorstellung von einer Stadt für alle. Wir freuen uns, dass es mit der Roten Flora nach wie vor und hoffentlich noch sehr lange ein Projekt gibt, das sich nicht zähmen lässt: Wer die Rote Flora angreift, greift uns alle an.

Wir lassen uns nicht kriminalisieren.

Fast schon rituell wird auch dieses Jahr im Vorfeld des Festes eine Verbotsdebatte geführt. Dieses Mal gibt der Altonaer Bezirksamtsleiter den Hardliner. Es scheint für einige in der Verwaltung unerträglich zu sein, dass die Menschen, die in dieser Stadt leben, sich wenigstens an einem Tag im Jahr die Straße nehmen und einfach einen schönen Tag nach ihren eigenen Vorstellungen haben. Wir sind der Überzeugung, dass unsere Vorstellung einer solidarischen Stadt nur durch eine gemeinsame Praxis erreicht werden kann. Wer das unterbinden will, verweigert uns das Recht auf Stadt. Dieses Recht wird aber nicht gewährt oder verweigert, sondern von uns allen tagtäglich erstritten und verteidigt.

Wir sehen uns am 4. September im Schanzenviertel.

Netzwerk Recht auf Stadt

http://www.rechtaufstadt.net/recht-auf- ... nfest-2010
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Re: Schanzenfest am 4.9. soll verboten werden

#7 Beitragvon Knox » 23. August 2010, 11:19

4.9. Schanzenfest wird geduldet

Am 4.9.10 gibt es eine Menge zu tun. Tagsüber findet in Dortmund einer der größten Naziaufmärsche in Europa statt (bis zu 8500 Teilnehmer erwartet) und abends gibt es das Schanzenfest in Hamburg.
Hier ein Artikel zur Duldung des Schanzenfestes:


http://www.abendblatt.de/hamburg/articl ... uldet.html

Wie immer ist das Schanzenfest ohne Anmeldung.

Leider gibt es in diesem Jahr eine terminliche Überschneidung zwischen dem alljährlich in Hamburg stattfindenden Schanzenviertelfest und den direkten antifaschistischen Interventionen gegen den seit mehreren Jahren kontinuierlich größer werdenden Aufmarsch der Naziszene zum sog. "Antikriegstag" im Ruhrgebiet. Wir sind der Meinung, dass beide Veranstaltungen notwendig sind und mobilisieren daher bewusst für beide Termine.
Hier in Hamburg ist es vor dem Hintergrund der Infragestellung unseres Squats der Roten Flora dringend nötig, andere Freiräume, wie das Schanzenfest, gegen Bullen und andere Unsymphat_innen mit vielen kreativen und ggf. auch direkten Mitteln und auf diversen Ebenen durchzusetzen. In Dortmund und darüber hinaus, auf Grund der Wichtigkeit des Aufmarsches als bundesweiter Kristallisationspunkte für eine neonazistische Mobilisierung, ist es ebenfalls zwingend notwendig, diesen Aufmarsch zu verhindern. Wie auch in Hamburg, sind dabei alle Mittel einzusetzen, um diesem Ziel möglichst Nahe zu kommen.
Deshalb stellt sich für uns auch gar nicht die Frage, wo wir am 04. September auf der Straße sind, sondern es ist wichtig, dass wir überhaupt unterwegs sind, um Staat, Nation & Kapital offensiv und direkt anzugehen.

http://antifahamburg.blogsport.de/2010/ ... -zerlegen/

http://antimildortmund.blogsport.de/
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Re: Schanzenfest am 4.9. soll verboten werden

#8 Beitragvon Knox » 16. Februar 2016, 14:53

qqwwee1150 hat geschrieben:Danke für die Information
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