Auf die Butter, fertig, Punk!

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Knox
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Auf die Butter, fertig, Punk!

#1 Beitragvon Knox » 4. März 2009, 15:35

Um gleich mit einer Unwahrheit aufzuräumen: Punk war, entgegen den Prophezeiungen der Protagonisten, nie wirklich tot. Was für immer bleiben wird, ist der ursprüngliche Impuls und die Energie der Erschütterung. Eine Explosion. Ein Schrei. Eine exzessive Form absoluter Rebellion, Unsicherheit, ja Chaos. Ein vernünftiger Punk, das kann man wohl sagen, würde sich nie gegen Berufsunfähigkeit versichern. Hätte er auch gar nicht nötig. Ist doch gerade die Fähigkeit, keinen Beruf auszuüben, Teil der Rebellion. Sogar ein Popper würde zugeben: Punk ist kein Beruf, sondern Berufung. (Schon klar, liebe Popper, Pop natürlich auch.)

Es gab eine Zeit, da wollte jeder vernünftige junge Mensch Punk sein. Das ist vorbei. Denn wer will schon diesen lächerlichen Alt-Punks nacheifern, die ihre Anarcho-Seele an die Werbe-Industrie verkaufen? Nehmen wir Iggy Pop, dessen Gesicht sein exzessives Leben so expressiv erzählt wie mutmaßlich kein anderes Gesicht der Welt irgendein anderes Leben, Keith Richards von den Rolling Stones natürlich ausgenommen. Iggy Pop also macht keine Werbung für Gesichtscremes oder Botox-Behandlungen, obwohl sein Gesichtsmassiv ein sehr starkes Argument dafür wäre, sondern für einen britischen Autoversicherer namens Swiftcover.

Man kann davon ausgehen, dass Iggy Pop dafür sehr gut bezahlt wird, turnt er doch im Werbespot sehr engagiert vor einer lila Wand herum und klärt über die Vorzüge des Direktversicherers auf. Warum das Unternehmen ausgerechnet Iggy Pop als Werbefigur wollte? Der Versicherer sagt, es sei die Lebenslust gewesen, die der Punk, 61, immer noch ausstrahle wie kein anderer. Aber warum dürfen dann Berufungsgenossen Iggy Pops, Punks und andere Musiker, keine Police bei Swiftcover abschließen? Sie werden abgelehnt. Begründung, kein Scherz: Sie lebten zu gefährlich. Man darf also mutmaßen: Iggy Pop hätten sie garantiert auch nicht versichert.

Im Lichte dieses Affronts gegen Musiker im Allgemeinen und Punks im Besonderen fällt der Blick auf einen anderer Haudegen des Punk. Johnny Rotten von den Sex Pistols macht auch Werbung - für britische Butter. "Country Life" heißt die Marke, die sich Rotten aufs Brot schmiert. Mensch, jetzt reicht es aber, sagt sich da so mancher Punk, und es bleibt ihm nichts anderes übrig, als ein zweifaches "Fuck you" zu schreien. Aber eines, das von Herzen kommt.
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Re: Auf die Butter, fertig, Punk!

#2 Beitragvon Hellvis » 5. März 2009, 01:15

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mr.moose
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Re: Auf die Butter, fertig, Punk!

#3 Beitragvon mr.moose » 5. März 2009, 18:16

die Butter ?

Hellvis
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Re: Auf die Butter, fertig, Punk!

#4 Beitragvon Hellvis » 6. März 2009, 16:12

und wie. das wort rotten bringt bei mir im zusammenhang mit lebensmitteln nur positive assoziationen.

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Knox
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Re: Auf die Butter, fertig, Punk!

#5 Beitragvon Knox » 6. März 2009, 18:57

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Re: Auf die Butter, fertig, Punk!

#6 Beitragvon Knox » 6. März 2009, 19:05



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