Old School Punk Rock Open Forum (OSPROF)

hier kann man über alte und rare Platten quatschen
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MAUS
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Re: Old School Punk Rock Open Forum (OSPROF)

#181 Beitragvon MAUS » 3. August 2006, 18:06

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Knox
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Re: Old School Punk Rock Open Forum (OSPROF)

#182 Beitragvon Knox » 29. Juni 2007, 03:27

New Wave Sucks: 1979-82Das Definitionsvakuum über die Frage, was denn nun wenigstens ungefähr als Punk einzuordnen sei und was nicht, hielt in der BRD weitaus länger an, als zum Beispiel im Vereinten Königreich, wo die Stilfragen seit 1977 schnell beantwortet wurden. Für Deutschland ergab sich daraus die Tatsache, dass Spielarten, die man heute weit voneinander entfernt als harten Punk, Experimental-Mucke oder New Wave klassifizieren würde, eine ganze Zeitlang relativ friedlich nebeneinander in Clubs, Konzertorten und Plattenläden und auch im Programm einiger früher Labels koexistierten. Doch seit 1979 verfestigten sich auch hierzulande die Gräben zwischen den Fraktionen in zunehmendem Tempo. Einzelne, ausdrücklich stilübergreifend konzipierte Veranstaltungen, wie die verschiedenen Markthallen-Festivals in Hamburg 1979 oder einige Konzerte im Berliner S.O.36 im selben Jahr brachten Schlägereien und Chaos, als Punks die am selben Abend gebuchten Musiker einiger extremer Experimentalkunst-Projekte teilweise auf offener Bühne tätlich angingen. Es war die Zeit gekommen, in der jeder seine Position beziehen musste und die Fronten sich schneit verhärteten.
Auf der einen Seite verfügte die Kunst- und Neue Deutsche Welle-Szene über ihr Terrain. Hier verschanzte sich ab 1979 ein Grossteil der älteren und erfahrenen Aktivisten aus der frühen Punkszene. Auf der anderen Seite grub sich das Camp der Hardcore-Punkfans ein. Vereinfachend gesagt, war es oftmals auch ein Konflikt der Älteren, oft mit pre-Punk-Vergangenheit schwer belasteten Szeneangehörigen gegen die jungen und kompromisslos dem reinen Punkstil huldigenden Kids. Kurzfristig zogen die Kids dabei erst einmal gewaltig den Kürzeren, denn die Kunsthochschul- und Deutsche Welle-Aktivisten waren organisierter, hatten Erfahrung und Verbindungen, so dass sie selbst in dem kleinen Teil der BRD-Musikpresse, der zu jener Zeit überhaupt über neue Musik berichtete, bald ein totales Anti-Punk-Meinungsmonopol installieren konnten. Auch die Labels der ersten BRD-lndie-Generation verschlossen sich Punk Rock etwa von 1980 an fast komplett und erklärten harte Klänge zum Sound der 'Ewiggestrigen'. Die Hardcore Punk-Szene war innerhalb der kurzen Zeit von etwa 78 bis 1980 blitzartig fast völlig abgeriegelt und ausgegrenzt worden und konnte für den Moment nicht viel mehr tun, als sich selbst noch weiter abzuschotten und in den Untergrund zu drängen. Die Buttocks, vollkommen frustriert mit der Label- und Mediensituation in ihrer Heimatstadt Hamburg, haben der ganzen, bundesweiten Lage damals mit dem Klassiker 'Nein Nein Nein' ein Denkmal für die Ewigkeit gepogt. Die Situation schien also zunächst einmal düster für Punk Rock in Deutschland. Rückschauend muss man aber sagen, dass mit diesem Rückzug in den Untergrund das Punk-Lager sicher nicht der Verlierer war. Denn circa 25 Jahre danach ist die harte Punk-Szene auch weiterhin recht agil unterwegs, was man von vielen einstigen Style-Konkurrenten nicht gerade behaupten kann. Sei es, wie es sei - spätestens ab Ende 1980/Anfang 1981 gab es in Deutschland keine gemeinsame Punk- und New Wave-Szene mehr. Eine Weile standen sich die beiden Lager noch feindlich beobachtend gegenüber, um schließlich jeden Kontakt zu verlieren. Lachender Dritter waren für den Moment erst mal Massenmedien und Major Labels. Seit circa 1980 entwickelte sich aus einigen Abseilern und Mitläufern der frühen Punk-Szene und aus zahlreichen, eilig in Streifenhosen gesteckten und wortwörtlich umfrisierten Althippies die kommerzielle NDW-Schlagerpop-Szene.
Die Hardcore-Punkszene interessierte sich für Frl.Menke, Hubert Kah, UKW & Co. zwar kaum mehr, als für den Sack Reis, der in China umfällt. Trotzdem geriet BRD-Punk noch ein letztes Mal heftig ins Kielwasser der Neuen Deutschen Welle. Die NDW produzierte 1981/82 eine Vielzahl riesen-großer Charterfolge und One Hit Wonders. Im Sommer 1982 befand sich ganz Kommerz-Deutschland im Wellen-Taumel und die großen Labels signten für eine kurze Zeit lang alles, was deutsch sang, kurze Haare hatte und nicht schnell genug auf dem Baum war. Etwa Anfang 1983 erreichten die NDW-Veröffentlichungsschlagzahlen ihren Höhepunkt und kollabierten mit einem mal völlig, weil der Schrottfaktor unter den vielen Releases einfach unerträglich geworden war. Deutsche Bands mit deutschen Texten waren mit einem Mal unverkäuflich, und da wurde in vielen Läden, aber auch bei vielen Plattenkäufern nicht mehr zwischen kommerziellstem NDW-Schlager-Auswurf und hartem Punk unterschieden. Es wurde angetreten zur großen Zwischenabrechnung. Eine Anzahl kleiner Labels, die bis dahin nicht von der Industrie per Kooperation, Lizenzdeal uä. vereinnahmt worden waren, standen vor dem Aus. Etliche Punks der ersten und zweiten Generation räumten das Feld. Eine Band aus England hatte kurz vorher den Tod von Punk verkündet und das hätte es dann auch sein können, mit diesem kurzen, aber heftigen Kapitel einer weiteren Jugendkultur, die von Beginn an zum Scheitern verurteilt war, oder? Hier eine kleine Liste von deutschen Punkbands, die sich zwischen 1977 und 1982 gegründet haben. Diese Aufzählung (sowie alle folgenden) ist weder annähernd vollständig, noch in einer bestimmten Reihenfolge: Male, Mittagspause. PVC, Big Balls & The Great White Idiot, Chaos-Z, Normahl, Hans-A-Plast, Razors, Vomit Visions, Buttocks, 2SD, Rotzkotz, Klischee, Fehlfarben, Charley's Girls, Cretins, Bluttat, OHL, Inferno, Hermann's Orgie, ZK, Slime, KFC, EA80, KGB, Luzibär, Katapult, Ätztussis, Marionetz, Störtrupp, S.Y.P.H., Actosin Pervers, Stosstrupp, Screamer, Grober Unfug, Artless, Tollwut, Abwärts, Coroners, Tempo, Der Durstige Mann, Clox, Idiots, Hass, Out Of Order, Upright Citizens, Daily Terror, Sluts, Kaltwetterfront, Kondensators, Bärchen und die Milchbubis, System, Fred Banana Combo, IXTOC-1, OH 87, Bildstörung, Neurotic Arseholes, Punkenstein, Blitzkrieg, Wutstock, Beton Combo, Kuschelweich, Stromsperre, Rape, Soilent Grün, Die Ärzte, Massaker, Ameisensäure, Mimmi's, Die Toten Hosen, Razzia, SS Ultrabrutal, Boskops, E-605, Channel Rats, Durchfall, FKK Strandwixer, Middle Class Fantasies, Canalterror, Notdurft, HH-Milch, A+P, Killerpralinen, Scapegoats, Napalm, Mondial, Toxoplasma, Ätzer '81, Nikoteens, Maniacs, Lennons, Blitz, Phosphor, ZZZ Hacker und etliche, etliche andere
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Re: Old School Punk Rock Open Forum (OSPROF)

#183 Beitragvon chickenflu » 8. Januar 2009, 18:52

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Re: Old School Punk Rock Open Forum (OSPROF)

#184 Beitragvon Knox » 15. Januar 2009, 17:10

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Sid und das hot dog

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Re: Old School Punk Rock Open Forum (OSPROF)

#185 Beitragvon Knox » 26. August 2013, 18:25

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Bonner Lärm Anstalt. (Bla)(damals noch Bla Bla)

Seit 1983 feste Instanz im Bonner Nacht- und Punkrockleben.
http://www.bla-bonn.de/
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Re: Old School Punk Rock Open Forum (OSPROF)

#186 Beitragvon Knox » 25. Januar 2014, 20:19

The Pack...
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...live mitzukriegen war nicht leicht, weil nach deren ersten drei Gigs die Leute kilometerweit auf der Strasse standen, um diese arschtretende, Heavy-Rock spielende Südlondoner Anarcho-Squatter-Band zu sehen. Ich bemitleide jeden, der das nicht erlebt hat.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=r5t2NLn4Ts8&feature=youtu.be[/youtube]

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=xw2U2RL1pN8&feature=youtu.be[/youtube]
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