Die Emanzipation der Frau

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Knox
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Die Emanzipation der Frau

#1 Beitragvon Knox » 25. August 2004, 15:10

Die Emanzipation der Frau hat endlich, endlich die schöne österreichische Stadt Klagenfurt erreicht: Erstmals wird ein Bus der dortigen Verkehrsbetriebe von einer Frau gesteuert. "Es gab durchweg sehr gute Reaktionen seitens der Fahrgäste", bilanzierte eine Busfahrerin am Montag ihre ersten Erfahrungen. "Einige meinten, dass Frauen gefühlvoller mit dem Bus fahren würden. Ein Ehepaar wollte allerdings nicht mit einer Bus-Chauffeurin fahren und stieg wieder aus. ,Wir warten lieber auf den nächsten Bus', sagten sie."
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Ausstellung DDR und Punk in Leipzig
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schmirgel
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Re: Die Emanzipation der Frau

#2 Beitragvon schmirgel » 25. August 2004, 15:16

Am 7. Februar 1971 erhalten die Schweizer Frauen nach einer Volksabstimmung unter Männern das Wahlrecht auf Bundesebene. Nach einem jahrzehnte langen Kampf votierten die Schweizer Männer mit einer Zweidrittelmehrheit von 621.000 Ja- gegen 323.000 Nein-Stimmen für das Wahlrecht der Frauen.

seit 1990, nach einer Klage vorm Bundesgericht, auch im Halbkanton Appenzell- Innerrhoden in der Schweiz
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bula
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Re: Die Emanzipation der Frau

#3 Beitragvon bula » 25. August 2004, 15:50

schon an den kanton-namen merkt man auf wen die schweiz ihren schwerpunkt legen Bild
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Re: Die Emanzipation der Frau

#4 Beitragvon schmirgel » 25. August 2004, 15:55

schmirgel schrieb am 25.08.2004 10:46
Am 7. Februar 1971 erhalten die Schweizer Frauen nach einer Volksabstimmung unter Männern das Wahlrecht auf Bundesebene. Nach einem jahrzehnte langen Kampf votierten die Schweizer Männer mit einer Zweidrittelmehrheit von 621.000 Ja- gegen 323.000 Nein-Stimmen für das Wahlrecht der Frauen.

seit 1990, nach einer Klage vorm Bundesgericht, auch im Halbkanton Appenzell- Innerrhoden in der Schweiz


und haben nicht gemerkt, dass 621000 gar nicht das doppelte von 323000 ist.
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Knox
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Re: Die Emanzipation der Frau

#5 Beitragvon Knox » 25. August 2004, 15:58

Romantik und Emanzipation der Frau

Mit Beginn der Romantik hatten die Frauen zum ersten Mal die Gelegenheit, sich zu emanzipieren. Durch die neu eröffneten Leihbibliotheken waren ihnen Bücher und somit auch Bildung nicht länger verschlossen. Sie konnten sich nun aktiv am literarischen Geschehen beteiligen. Aber auch auf nicht literarischen Ebene eröffneten sich den Frauen viele neue Möglichkeiten: Sie durften ihren Gefühlen freier folgen als bisher, und die freie Wahl des Ehemannes - bisweilen auch eines Geliebten - war im Gegensatz zu den bisherigen Konvenienzheiraten eine neue Möglichkeit für die Frauen. Allgemein stieg ihr soziales Ansehen. Dazu trug auch bei, daß in den Gebieten, in denen in der Folge der Revolutionskriege der Code Napoleon eingeführt worden war, zivilrechtliche, vor allem vermögensrechtliche Entscheidungen der Frauen ermöglicht worden waren.

Anhängerinnen der Romantik wagten sich später dann auch mit eigenen literarischen Produktionen an die Öffentlichkeit. Die ersten Schritte zur Emanzipation waren jetzt also aufgrund der romantischen Literatur getan.
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Re: Die Emanzipation der Frau

#6 Beitragvon schmirgel » 25. August 2004, 16:02

durch unsere 'kultur' ist es erst zur unterdrückung gekommen. es gab und gibt auch gesellschaftsmodelle ausserhalb der sogenannten westlichen zivilisation, genauso wie es auch menschliche alternativen zur demokratie gibt. unser standpunkt ist nicht der weisheit letzter schluß.
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Re: Die Emanzipation der Frau

#7 Beitragvon Knox » 25. August 2004, 16:06

Die Forderung der Frauen nach Gleichstellung in sozialen, politischen und rechtlichen Bereichen. Die politische Emanzipation begann schon zur Zeit der französischen Revolution, als Frauen für ihr Wahlrecht kämpften. Auch in England erstritten sich die Frauen das Recht zu wählen. Das erste Wahlrecht für Frauen wurde 1861 in Australien gewährt. Dank des Gleichberechtigungs-Kampfes durch den Allgemeinen Deutschen Frauenverein, der 1865 gegründet wurde, durften Frauen hierzulande 1918 das erste Mal wählen. Das Grundgesetz stellt Frauen und Männer gleich. Es gibt jedoch Bereiche, in denen diese Gleichstellung sich noch nicht vollzogen hat - besonders im sozialen Bereich ist dies oft der Fall. Heute liegen die Ziele der Emanzipations-Bewegung vor allem in der Chancengleichheit in bestimmten Bereichen, zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt. Unbegreiflicherweise werden viele Frauen selbst heute noch in manchen Berufen schlechter bezahlt als Männer mit der gleichen Tätigkeit.
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Re: Die Emanzipation der Frau

#8 Beitragvon schmirgel » 25. August 2004, 16:11

Matriarchat

Was ein Matriarchat nicht ist:

Frauenherrschaft
eine Utopie
eine Gesellschaft ohne Männer

Andere Bezeichnungen für matriarchale Gesellschaften sind:

Naturvölker
Stammesgesellschaften
indigene oder eingeborene Völker
primitive Völker
Wilde
Geordnete Anarchie
Konsensdemokratie

Merkmale:

der biologische Vater und die biologische Mutter haben keine Bedeutung oder spezielle Funktion
Ausnahme: die Clan- oder Stammesmutter (Matriarchin) und ihr Bruder (Mutterbruder)
das Leben findet in der Großfamilie (Clan) statt, die gemeinsam in einem Clanhaus wohnt
ein Dorf besteht aus mehreren Clanhäusern und einem Versammlungshaus
alle im Dorf sind irgendwie miteinander verwandt und bilden eine Sippe
mehrere Sippen/Dörfer bilden einen Stamm
alle im Dorf leben von Subsistenzwirtschaft und sind daher unabhängig von außen
Garten- und Ackerbau wird im Dorf und auf dem umliegenden Land betrieben
alle Handlungen - wie Feldarbeit, Schafschur, Feste feiern, ein Webstück herstellen - finden im Rhythmus der Jahreszeiten statt und spiegeln diese wieder
die Älteren lehren die Jüngeren (Heilkunde, Garten- und Ackerbau, Tierpflege, Töpfern, Weben, Kochen, Geräteherstellung, Fischen, Fallenstellen usw.)
Ältere Jungen und Mädchen kümmern sich um die kleineren, versorgen sie, kuscheln und spielen mit ihnen
Kinder und Jugendliche leben in einem Kinderhaus (Kinderdemokratie), wenn sie das wollen
"Ehen" sind Verbindungen wirtschaftlicher Art
die Schwestern einer Generation "heiraten" die Brüder eines anderen Clans
Liebesverhältnisse sind unabhängig davon; sie können kurz oder ein Leben lang sein
Alle Entscheidungen finden auf Konsensbasis? statt (Konsensdemokratie)
Es gibt keinerlei Hierarchien
Niemand wird zu etwas gezwungen, auch Kinder nicht (Selbstbestimmung)
Es gibt weder bei Kindern, noch bei Erwachsenen sexuelle Einschränkungen irgendwelcher Art
Für junge Mädchen und Frauen gibt es wirksame Verhütungsmittel zur Geburtenregelung
Ein Stamm hat immer so viele Nachkommen, wie er verkraften kann bzw. wie er zum Überleben braucht



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Der Terminus Matriarchat wurde im letzten Jahrhundert von den BegründerInnen der modernen Matriarchatsforschung eingeführt und bedeutet "am Anfang die Mütter", aus gr. arché, "Anfang, Ursprung" (vgl. auch archaisch oder Archäologie), und lat. mater, "Mutter". Weil alles Leben von Müttern in diese Welt gebracht und am Leben erhalten wird, organisierten sich die frühen Gesellschaften um diese Tatsache herum.

Der Terminus Patriarchat hat eine ähnliche, und doch ungleiche Bedeutung: da patri von lat. pater, zurückgehend auf indogerm. peter, "Vater" kommt, wäre die Übersetzung "am Anfang die Väter", was aus der Perspektive des patriarchalen Paradigmas korrekt ist und unter der Berücksichtigung, dass das Patriarchat um 5000 v.u.Z. seinen Ursprung hat. Ab diesem Zeitraum beginnt die patriarchale Geschichtsschreibung (Antike), als die Väter die Herrschaft übernahmen und die Entscheidungen trafen, nicht gemeinsam mit "den Müttern" sondern an ihrer statt. Daher veränderte sich die Wortbedeutung des gr. Verbs archeín zu "der erste sein, die Herrschaft haben" (vgl. auch Monarchie oder Hierarchie), und ist die spätere Definition. Heute verstehen wir unter Patriarchat "die Herrschaft der Väter".

Ethymologische Entwicklung von archeín: Ursprung, am Anfang sein - der Erste sein - die Nase vorn haben - der Erste "Oberste" sein - Herrscher sein.

Matriarchate sind Gesellschaften, in denen sich die Sippenmitglieder, Männer wie Frauen, zusammentun, um die Existenz neuen Lebens zu sichern, dieses Leben zu pflegen und sich daran zu freuen. Im Mittelpunkt matriarchaler Sozialstrukturen steht die Weisheit, und zwar die der Kinder (die sie noch besitzen) und die der Alten (die sie erlangt haben). Jedes Individuum nimmt an dem Bewusstseinsprozess teil, indem alle die persönlichen Besonderheiten einer Frau oder eines Mannes fördern, um als Gemeinschaft davon zu profitieren.

Alle Beschreibungen matriarchaler Gesellschaften entsprechen diesem Bild.



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Mütterlichkeit
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patriarchaleMütterlichkeit
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Re: Die Emanzipation der Frau

#9 Beitragvon Caitiff » 16. Februar 2006, 15:40

Ein sehr altes Modell, sowie viele frühe Gottheiten Muttergottheiten oder Erdgöttinnen waren.
Und rein praktisch gesehen: in einer Zeit wo Vaterschaftstests noch nicht möglich waren ist es doch einfacher zu sagen: Das Kind ist von dieser Mutter als zu sagen es sei von einem bestimmten Vater^^
Noch ein Vorteil, den das Mutterrecht hat
I ain't like you! And I don't want your love - and I don't need your respect -
I just can't hate enough - well I got no tears of regret!!!


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