(B) Rund um den 1. Mai 2014 - ein Überblick

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Knox
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(B) Rund um den 1. Mai 2014 - ein Überblick

#1 Beitragvon Knox » 19. April 2014, 09:24

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Der erste Mai rückt näher, die Termine häufen sich. Wir wollen versuchen, hier einen Überblick über die geplanten Termine und Veranstaltungen in Berlin rund um den 1. Mai 2014 zu geben, soweit sie uns bekannt sind. Ergänzungen sind herzlich erwünscht!
Freitag, 25.04., 17 Uhr Bethanien: Offenes Demomaterial-Bastel-Treffen

Offenes Treffen zur Herstellung von Transpis, Schildern usw. für den 1. Mai, u.a. für die unangemeldete 17-Uhr-Demonstration (Stressfaktor)

Samstag, 26.04., Kreuzberg (?): Naziaufmarsch

Ein Nazi-Aufmarsch ist für Kreuzberg angekündigt. Die genaue Route steht noch nicht fest. Was aber schon feststehen dürfte, ist die Tatsache, dass sich die Anwohner*innen und viele andere Menschen in Berlin diesen Nazi-Aufmarsch, der nicht nur politisch unsäglich wäre, sondern auch eine faktische hohe Gefährung für viele Menschen darstellen würde, nicht gefallen lassen werden. Wenn die Bullen den Nazi-Aufmarsch durchknüppeln wollen, so ist mal wieder damit zu rechnen dass die mit einem gigantischen Aufgebot anfahren, um alle Versuche, den Nazis in die Quere zu kommen, schon im Keim zu ersticken.

Ob eine solche Bullentaktik Erfolg haben wird, ist nicht so sicher. So waren etwa letzte Woche nach der Räumung des Oranienplatzes etwa 1.000 wütende DemonstrantInnen im Kiez unterwegs. Ihnen gegenüber standen offiziell 800 Bullen. Laut Tagesspiegel waren "deutlich zu wenig Polizisten or Ort, um die Lage beruhigen zu können".

Aktuelle Infos zum geplanten Nazi-Aufmarsch und angekündigten Protesten gibt es unter anderem hier. Beim Bündnis Berlin Nazifrei gibt es eine Aktionskarte zum Runterladen und Vorschläge für Treffpunkte für Leute, die aus verschiedenen Bezirken Richtung Kreuzberg fahren.

Samstag, 26.04., Columbiahalle: Fascho-Konzert

Der rechtsradikale kroatische Musiker "Thompson" soll am 26.04. in der Columbia-Halle auftreten, verschiedene Gruppen rufen zu Protesten auf, um das Konzert zu verhindern.
Laut aktuellem "taz"-Bericht soll die Columbia-Halle das Konzert abgesagt haben. Gleichzeitig, so die "taz", laufe der Kartenvorverkauf weiter. Auf der Seite der Columbia-Halle findet sich nicht, einfach garnichts. Weder wird das Konzert dort angekündigt noch wird eine eventuelle Absage dokumentiert. Auf der Facebook-Seite der Columbia-Halle gibt es einige wütende Beiträge zu dem geplanten Konzert - das Columbia-Halle-Management kann also nicht so tun, als hätten sie von nichts gewusst.
Solange nicht sicher ist, dass das Konzert nicht stattfinden wird (etwa durch eine Stellungsnahme auf der Homepage der Columbia-Halle), sollten wir davon ausgehen, dass das Konzert stattfinden soll - und also verhindert werden muss.

Sonntag, 27.04., 14 Uhr, Mariannenplatz: "Demo-Training"

Die recht neue und noch ziemlich unbekannte Organisation "NaO" ("Neue antikapitalistische Organisation") ruft am 27.04. zu einem "Demonstrationstraining" vor der Thomaskirche auf dem Mariannenplatz auf. Geübt werden soll "Solidarität- Zusammenhalt- Disziplin". Dass es jedoch ausgerechnet die "Disziplin" ist, an der es der radikalen Linken derzeit in Berlin mangelt, dürfte von manchen bezweifelt werden.
Wie auch einige andere Zusammenschlüsse versucht auch die "NaO", DIE neue übergreifende Plattform einer radikalen Linken zu sein. Laut ihrer Webseite ist "die NaO-Berlin ein Zusammenschluss der SIB, GAM, isl, Revolution und SYKP sowie von vorher Unorganisierten."

Mittwoch, 30.04., 19 Uhr, U Seestraße: "Allet oder Nüscht" - Demonstration

Nicht zum ersten Mal gibt es die Walpurgisnacht-Demo im Wedding am Vorabend des ersten Mai, ein Bericht über die große Demo letztes Jahr findet sich hier. Dieses Jahr steht die Demo unter dem Motto "Allet oder Nüscht", es gibt einen längeren Aufruf und auch schon einen Überblick über die geplante Route.

Über das genaue Programm und den Zeitplan (obs ein Konzert vor der Demo gibt, wann die Demo losgehen soll, ob es eventuelle Auflagen der Bullen zur Strecke gibt etc.) haben wir nichts gefunden. Wir gehen aber fest davon aus, dass auf der "Hände weg vom Wedding"-Seite bald mehr Infos zu finden sind.

Donnerstag, 01.05., ab morgens: Nazi-Demo verhindern!

Für den 1. Mai haben auch die Nazis eine Demo in Berlin angekündigt, und zwar in Neukölln. Die Bullen halten sich wie üblich bedeckt, was die Verhandlungen mit den Nazis über die Route betrifft. Aktuelle Infos gibts bei antifa-berlin.info, bei der Bündnisseite Nazifrei Berlin sowie beim Bündnis Neukölln. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass die geplanten Nazi-Aufmärsche sowohl am 26.04. (Kreuzberg) als auch am 01.05.2014 (Neukölln) zu Veranstaltungen werden, an die die Nazis noch lange mit Grausen und Unbehagen zurückdenken!

Donnerstag, 01.05., 09:30 Uhr, Hackescher Markt: Klassenkampf-Block auf der DGB-Demo

Auch dieses Jahr wird es (wohl) einen klassenkämpferischen Block auf der DGB-Demo am ersten Mai geben. Bislang gibt es allerdings für Berlin, soweit uns bekannt ist, noch keinen direkten Aufruf. Es gibt aber etwa eine Einladung zu einem Treffen mit Transport-Arbeiter*innen am 21.04., in der der Klassenkampf-Block erwähnt wird. Für die DGB-Demo in Hamburg gibt es einen Aufruf auf Indy Linksunten. Vielleicht kommt da noch was für Berlin?

Donnerstag, 01.05., 17 Uhr, Mariannenplatz: Unangemeldete 1. Mai-Demo

Wie schon in den letzten Jahren wird es auch dieses Jahr wieder eine unangemeldete 1. Mai-Demo geben, die in Kreuzberg am Mariannenplatz startet. Demo-Motto ist dieses Jahr: "Schnauze voll - Demonstration für ein gutes Leben mit Zugang zu Wohnraum, Bildung, Gesundheit und Kultur für Alle!" Die Route ist noch offen: "Unseren Weg werden wir, auch abhängig von den konkreten Verhältnissen vor Ort (sogenanntes “Myfest”, Wetter, Größe der Demonstration, politisch wichtige Punkte, Verhalten der Polizei usw.) selbst bestimmen." Voraussichtliches Ziel der Demonstration ist der Lausitzer Platz als Startpunkt der 18-Uhr-Demo, der gemeinsam und ohne Vorkontrollen erreicht werden soll. Bei Indymedia findet sich ein Mobi-Flyer auf deutsch und englisch.

Donnerstag, 01.05., 18 Uhr, Lausitzer Platz: "Revolutionäre 1. Mai-Demo"

Natürlich gibt es auch dieses Jahr wieder die "Revolutionäre 1. Mai-Demo" um 18 Uhr. Ziel ist dieses Jahr die SPD-Zentrale in der Wilhelmstraße. Als Demo-Route ist folgende Strecke angekündigt: Lausitzer Platz – Kottbusser Tor – Kottbusser Damm – Herrmann Platz – Urbanstrasse – Körtestrasse – Südstern – Gneisenaustrasse – Mehringdamm – Hallesches Tor – Abschlusskundgebung vor der SPD Zentrale.

Was die Bullen von der Route halten, ist noch nicht bekannt, wird aber sicher noch in den nächsten Tagen kommuniziert werden. Der "Tagesspiegel" schätzt derzeit das Eskalationspotential gering ein, darin wohl vor allem auch der Bullenpropaganda im Wesentlichen folgend. Vorsichtshalber (und vielleicht auch in Hinblick auf mögliche schwarzgrüne Bündnisse in Berlin) fordert der Grünen-Politiker Benedikt Lux im oben verlinkten Artikel schon mal "ausreichend Polizei" rund um die 18-Uhr-Demo, um sogenannte "Gewaltausbrüche" zu verhindern.

Gegenüber den letzten Jahren erscheint das aufrufende Bündnis, soweit derzeit bekannt, als relativ überschaubar: "Antifaschistische Linke Berlin (ALB), Antifaschistisch Revolutionäre Aktion Berlin (ARAB), Antifaschistische Linke Jugend (ALJ), Neue Antikapitalistische Organisation (NAO), Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall (AKI), Kurdistan-Solidaritätskomitee, BEDEP (Plattform für Arbeit und Demokratie Berlin)".

Selbst wenn die oben angekündigte Strecke genehmigt wird, heißt das natürlich nicht, dass die Demo auch wirklich bei der SPD ankommt. Mit Schikanen der Bullen oder direkten Angriffen auf die Demo muss jederzeit gerechnet werden. Es macht also Sinn, sich auch darauf vorzubereiten, dass die Bullen etwa an einem von ihnen gewählten Ort versuchen werden, die Demo anzugreifen, zu stoppen und zu zerschlagen.


Freitag, 02.05., 14 Uhr, Philhamonie: Demonstration zur Erinnerung an die nationalsozialistischen sogenannten "T4"-Morde

"Am Freitag, dem 02. Mai 2014, um 14:00 Uhr findet zum 20. Mal der T4-Umzug in Berlin statt. Der 2. Mai ist der internationale Tag zur Erinnerung an die Verbrechen der NS-Psychiatrie und ihrer Kooperateure und Tag des gegenwärtigen Widerstandes gegen die Zwangspsychiatrie. Daher gedenken wir auch in Berlin den Opfern des ärztlichen Massenmordes. Dabei starben ab 1939 mit Beginn der sogenannten ‚Aktion T4' in den Gaskammern der Psychiatrien und später durch Giftspritzen und Verhungernlassen bis ins Jahr 1948 hinein ca. 300 000 Menschen." Mehr Informationen gibt es bei "freedom of thougt", zwangspsychatrie.de sowie hier.

Samstag, 03.05., 10 Uhr Brandenburger Tor: Transport-Aktion des "klassenkämpferischen Blocks"

Im Rahmen der Selbstorganisierung von Transport-Arbeiter*innen gibt es eine Sternfahrt nach Berlin und eine Kundgebung um 10 Uhr am Brandenburger Tor, organisiert von Gruppen, die auch am "klassenkämpferischen Block" auf der DGB-Demo am ersten Mai beteiligt sind.

Samstag, 03.05., 13 Uhr, Kottbusser Tor: Stadtspiel gegen Stadtklau

"... Gated Communities und noble Lofts neben leerstehenden Wohnhäusern und Bürokomplexen. Steigende Mieten, die Menschen verdrängen und unverblümte Umverteilung von unten nach oben bedeuten. Ob schwarz, rot oder grün, der Kaputtalismus feiert in Berlin eine schaurige Party und alle Gäste sehen gleich aus...was sagen wir dazu? Nich mit uns: Wir stressen zurück!
Schluss damit, wir wollen das gute Leben jetzt! Wir wollen eine Stadt mit selbstverwalteten Projekten, Platz für alle unabhängig vom Geldbeutel, für jung und alt, für Menschen auf der Flucht. Überall Emanzipatorisches gestalten. Das Klima soll für Investor*innen und Vermieter*innen in Berlin und überall verdammt nochmal endlich rauer werden. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern macht auch richtig gute Laune.

Dafür werden wir am 3. Mai mit unserem Stadtspiel „6 aus 49“ viele kleine bunte Zeichen setzen. Wie? Wir ziehen mit euch mittags am Kotti 6 Ausflugsziele aus den 49 der Berliner Liste*. Diese werden wir dann besuchen. Auf dem Weg werden wir mit Tourist*innen Theather spielen, eklige Kapital-Bunker anmalen, Ordnungskräfte nerven und dem ein oder anderen fiesen Gentrifizierungs-Papst in den Privatpool spucken. Seid dabei, sammelt Punkte bringt Freund*innen mit, macht, was euch einfällt. Mit abwechslungsreicher Garderobe und mobil – am besten mit dem Fahrrad.

Organisatorisches:
3.5.2014: 13h Kotti // 16h Gendarmenmarkt // woanders dann gemütlicher Ausklang am Abend // mehr Infos am Aktionstag // Offenes Nachtreffen am 13.5 um 19h im NewYorck im Bethanien

Und sonst noch so

Ausgerechnet das behäbig-rechte Springer-Blatt "Mottenpost" ist mal wieder auf dem aller-aktuellsten Stand: "1. Mai 2014 in Berlin: Die Berliner Morgenpost bietet Ihnen News, Videos & Infos zu den Demos, Krawallen & Veranstaltungen am 1. Mai 2014 in Berlin." "Demos, Krawalle und Veranstaltungen" - nicht nur dass die MoPo schon Mitte April über die "Krawalle" am 1. Mai 2014 Bescheid weiss, ist lustig, sondern auch die Reihenfolge dieser Aufzählung.

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Haben wir was vergessen? Bitte ergänzen! Für wilde, bunte, wütende, unkontrollierbare, solidarische, kämpferische, nazifreie Tage rund um den ersten Mai in Berlin und anderswo!
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