RAVAGED – s/t EP

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Knox
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RAVAGED – s/t EP

#1 Beitragvon Knox » 8. Januar 2018, 12:03

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RAVAGED
s/t EP
https://ravagedpunx.bandcamp.com/album/s-t-7
Läge dieser Single kein Aufkleber bei, hätte ich arge Probleme den Bandnamen nur anhand des Covers zu entziffern. Wären die Texte zu den sechs Liedern nicht in der aufklappbaren Single-Hülle abgedruckt, hätte ich arge Probleme auch nur einzelne Wörter herauszuhören und dir irgendetwas über die Themen zu erzählen, die die Band aus Köln mit ihrem metallischen Grindcore aus der Anlage drückt. Und sowieso habe ich arge Probleme mit metallischem Grindcore. Zwei Lieder haben einen deutschen Text und gerade in diesen Momenten erinnert mich die Band an die guten alten LOXIRAN. Das war es dann aber auch schon mit den positiven Assoziationen, die diese EP bei mir hervor ruft. Manche Reviews schreiben sich wie von selbst, diese Scheibe läuft seit mehreren Tagen mehrmals am Tag und leider bleibt da bei mir absolut garnichts hängen. Das plätschert in einem sperrigen Soundgewand einfach an mir vorbei, wo ich nur in feinsten Nuancen überhaupt Unterschiede ausmachen kann. Auch die sich kaum variierende Gesangsstimme tut ihr übriges dazu, zudem fehlt es mir an Versmaß, Akzentuierung, Harmonie und Melodie. Das ist purer Hass, der da aus meinen Boxen knallt. Mal schnell gesprochen, mal geschrien. Live kann ich mir das wiederum ganz gut vorstellen. Da wird ordentlich Energie freigesetzt und wenn sie zu den wirklich klugen Texten auch noch passende Ansagen raushauen, kann das zu einem durchaus fulminanten Konzerterlebnis führen, nach dem du Bock hast, ein Bullenauto umzuschmeißen, dem Spießernachbarn in den Briefkasten zu kacken oder den Parkscheinautomaten mit deinem Kaugummi zu verstopfen. RAVAGED werden auf ihrer Debüt-Single mal persönlich, wie in den Songs „Not Alone“ oder „Voidness“, mal recht klischee- und parolenhaft, wie in „Capitalism“ (capitalism kills love, capitalism kills freedom, capitalism kills us!) dann aber auch gerade bei den deutschen Texten sehr gesellschaftskritisch. „Ausweglos“ beschreibt die Situation von Geflüchteten auf einem überfüllten Boot und kann ganz gut das Gefühl von Hoffnungslosigkeit und Resignation vermitteln (der Unbekannte nebenan, das Ungewisse gleich voran, letzte Hoffnung doch verloren…) und auch „Chemtrails“ beschreibt sehr gut die aktuelle BRD GmbH, in der Minderheiten als Sündenbock herhalten müssen. Nieder mit dem Volksmob! Das Artwork mit den ganzen Ratten sieht cool aus, die Texte überzeugen, nur musikalisch kickt mich diese EP überhaupt nicht.

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