Flash-Mob

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Flash-Mob

#1 Beitragvon Guest » 13. Juni 2004, 17:22

Der Versuch einer Erklärung oder was ist ''Flash-Mob''?

Mittwoch, 19.18 Uhr, im New Yorker SoHo-Viertel: hunderte Menschen stürmen gleichzeitig das noble Schuhgeschäft Otto Tootsi Plohound. Dort bleiben sie exakt fünf Minuten, um dann das Geschäft wieder zu verlassen und in alle Himmelsrichtungen zu verschwinden.



Die kuriose Versammlung ist die bisher letzte in einer Reihe von so genannten Flash Mobs. Seit die sinnentleerten Massenaufläufe, die fast immer für verwirrte Gesichter bei den unbeteiligten Passanten sorgen, Ende Juni in New York aus der Taufe gehoben wurde, finden sie dort wöchentlich statt.

Europa-Premiere in Rom
Der Trend ist mittlerweile schon auf Minneapolis, San Francisco, Boston und Austin übergeschwappt. In Rom soll am Donnerstag der erste europäische Flash Mob stattfinden, und Zeitungsberichten zufolge werden sich demnächst auch in London Menschen einfach so zusammenrotten.

Verbreitung via E-Mail
Angekündigt werden die Zusammenkünfte nie über herkömmliche Mittel wie Plakate, sondern über E-Mails, die von Person zu Person weitergeleitet werden.
In dem steht neben der Aufforderung, seine Uhr genau nach der offiziellen US-Atomzeit zu stellen, der Treffpunkt: Eines von vier Manhattaner Cafes, in denen man pünktlichst erscheinen muss.

"Schuhe aus dem Weltall"
Dort werden dann Handzettel mit den weiteren Instruktionen verteilt - neben dem Versammlungsort meist auch weitere dadaistische Aufgaben, die man dort erfüllen muss.
Zum Ansturm aufs Schuhgeschäft hieß es etwa: "Sie sind mit einer Bustour aus Maryland gekommen. Sie sind aufgeregt, aber auch verwirrt. Es ist so, als ob die Schuhe im Weltall gemacht worden wären."

"Jeder liebt einen sinnlosen Mob"
Ein Erfolgsgeheimnis der Flash Mobs scheint zu sein, dass hinter den schrägen Ideen kein erkennbares Ziel und keine Ideologie steckt.
"Jeder mag sinnlose Mobs", wird Teilnehmerin Merilyn Synder vom Onlinedienst "Wired News" zitiert. "Ich war begeistert, als ich meine Einladung bekommen habe - keine Aktionen, kein Protest, kein Bedarf, meine politische Meinung zu einem gewissen Thema zu hinterfragen."

Massenweise Spaß
Erfinder der "unerklärbaren spontanen Versammlungen" und Organisator der New Yorker Mobs ist Bill - außer seinem Vornamen gibt er über sich nur preis, dass er "in der Kulturindustrie" arbeitet.
Die konkreten Aktionen seien ganz bewusst unpolitisch, erklärt er. "Die Idee ist, verschiedene Möglichkeiten herauszuarbeiten, wie New York und der Mob interagieren und miteinander Spaß haben können", so Bill gegenüber ABCNews.com.

Politische Hintergedanken
Sein Projekt sei trotzdem mehr als nur ein neuer Kick für die Spaßgesellschaft: "Es liegt etwas sehr Politisches in der Idee, dass sich alle am selben Ort zur selben Zeit treffen, weil wir so sehr daran gewöhnt sind, unser Leben individuell zu führen."
"Underdogs" aus dem Netz
Für den Autor Howard Rheingold, der sich mit Netzkultur-Phänomenen befasst, sind die Flash Mobs aber sogar die Vorreiter einer "neuen sozialen Revolution", die sich aus dem Netz in alle Bereiche des Lebens ausbreitet - mehr dazu in "Die Revolution aus dem Netz".

Quelle: www.orf.at

Infos : Flash-Mob

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