ANTI FLAG - American Fall

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Knox
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ANTI FLAG - American Fall

#1 Beitragvon Knox » 2. November 2017, 11:21

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ANTI FLAG
American Fall

Spinefarm Records http://www.spinefarmrecords.com/
Nach American Attraction folgt nun die konsequente Fortsetzung American Fall, ein Album, das auch die Wahl des US-Präsidenten und seine Auswirkungen auf die sozialen, politischen wie gesellschaftlichen Ebene thematisiert.

“Gerade liegt der öffentliche Fokus aus nachvollziehbaren Gründen auf Politik“, sagt Chris #2 (Bass, Gesang). „Sobald so etwas passiert, bekommt unsere Band mehr Aufmerksamkeit. Wir wollten sichergehen, dass wir uns auch auf unserer zehnten Platte treu bleiben. Es musste einfach nach Anti-Flag klingen. Andererseits ist London Calling auch mein liebstes Album von The Clash, weil sie damit Risiken eingegangen sind. Da mehr Augen als je zuvor auf sie gerichtet waren, wählten sie nicht den leichten Weg. Wir wollten uns ebenso selbst herausfordern, damit wir einen Grund hatten, ein Album herauszubringen während uns alle Welt unter die Lupe nimmt.“
Mit Ausnahmen wie "The Criminals" und "Liar" haben die Songs weniger Tempo, besitzen mehr Groove, mehr Abwechslung, mehr Rock. "Casualty" bspw. hat schon einen fetten, rockigen Sound, der wie die anderen Songs sehr viel Wert auf Singalongs, mächtige Refrains mit viel Chorgesang, Grunge-Riffs und wuchtigen Beats legt. Wichtig dabei sind Slogans zum Mitgrölen wie „Try to shut us down, but we won’t be another casualty“, die selbsterklärend ein wichtiger Faktor der ANTI FLAG'sche Attitüde sind. Verantwortlich für den Sound ist Benji Madden von Good Charlotte, der den Songs ein bisschen mehr Pop einhaucht. Das stürmische Drauflos spielen der Anfangstage weicht einem . "When the wall falls" und auch "Finish what we started" sind musikalisch an RANCID zu Zeiten von "Life won't wait" angelehnt, ist aber weitergehend eine Verbeugung gegenüber THE CLASH, die Punk und Dub-/Reggae-Elemente in ihre Songs eingebettet haben. Wenn Chris #2 American Fall also mit London Calling vergleichen will, dann eher auf der Ebene der Veränderung in der musikalischen Stilvielfalt. American Fall ist musikalisch auf einem anderen Level als die vorherigen Alben angesiedelt. Es ist weniger wütend eingängig und direkt. Es ist aber auch immer noch unbequem. Eigentlich wollen wir es alle bequem haben, das Unbequeme liebt keiner. Und wenn Veränderung ins Haus steht, dann raubt uns das ein Stück Sicherheit und eben auch Bequemlichkeit. Wir müssen uns neu orientieren, müssen uns neu eine Meinung bilden, uns hinterfragen, überprüfen. Aus diesem Grund ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass wir Mauern bauen, um uns vor diesen Veränderungen zu schützen. Wir wollen festhalten was wir haben, und was sich doch so lange als gut bewährt hat. Warum sollte ein Standpunkt, ein Ablauf, eine Einstellung, eine Überzeugung jetzt, urplötzlich nicht mehr richtig oder unvollständig sein, wo sie sich doch scheinbar jahrelang als tragfähig und gut erwiesen hat? In uns kommt Misstrauen auf, wir wollen das nicht. ANTI FLAG reißen Mauern ein und haben keine angst vor Veränderung, fordern sie sogar ein.
„Ich will, dass jeder weiß, dass er nicht allein ist“, sagt Chris #2. „Die gleichen Unterhaltungen die wir führen, führen andere auch. Vier Kids aus Pittsburgh mögen nicht alle Antworten auf alle Fragen haben, aber wir blicken aus dem selben Fenster und stellen fest, dass die Dinge nicht so sind, wie wir es gerne hätten. Und wir können uns mit Gleichgesinnten zusammenschließen und Dinge nach unserer Vorstellung verändern.“
Wer hinter Mauern sitzt, die er aus Angst vor Veränderung selber baut, bleibt in seinem eigenen Gefängnis, wer aber den Mut hat, sich dem Wind zu stellen, gerät in Bewegung und erlangt Freiheit. American Fall ist also auch ein Statement, die Bereitschaft, die eigene Bequemlichkeit aufzugeben, um Neues zu lernen und einen Schritt weiter zu gehen.
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